Kinderpornos: 41-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt

Der 41-Jährige ist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zudem muss er 120 Sozialstunden ableisten.
Der 41-Jährige ist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Zudem muss er 120 Sozialstunden ableisten.
Foto: dpa
  • Schwabe lehnt seine Verteidigung vor Siegener Gericht ab
  • Auf Fotos abgebildete Kinder waren auch Gewalt und Zwang ausgesetzt
  • Richter: „Das ist eine Sauerei, das weiß jeder, der es sieht“
Siegen. 
  • Schwabe lehnt seine Verteidigung vor Siegener Gericht ab
  • Auf Fotos abgebildete Kinder waren auch Gewalt und Zwang ausgesetzt
  • Richter: „Das ist eine Sauerei, das weiß jeder, der es sieht“

„Das ist eine Sauerei, das weiß jeder, der es sieht“, hält Amtsrichter Uwe Stark dem Angeklagten vor. Was er da beschreibt, sind 149 Fotos mit kinderpornografischen Inhalten, die am 4. November 2015 auf dem Mobiltelefon des D. (41) gefunden und mit dem Gerät sichergestellt wurden. Die Bilder werden im Schöffengericht nicht angesehen, aber die Beschreibungen in der Akte sind eindeutig. Neben gewissen Stellungen und Posen zeigen sich klare Hinweise, dass die abgebildeten Kinder unter zwölf Jahren auch Gewalt und Zwang ausgesetzt waren, „besonders verabscheuungswürdig“, findet Staatsanwalt Rainer Hoppmann.

Es ist ein Tag der klaren Worte im Saal 183 des Siegener Gerichtsgebäudes. Dies gilt auch für den Angeklagten selbst. „Ich weiß, ich habe eine Strafe verdient. Die Höhe liegt in ihrem Ermessen“, lehnt es der Schwabe ab, sich zu verteidigen. Sein bester Freund habe ihm deutlich gemacht, „du bist das größte Rindvieh, das je auf Gottes Erdboden herumgelaufen ist“.

Er sei 2010 wegen seiner Ex-Frau nach Siegen gekommen, sagt D. Der gelernte Stuckateur ist arbeitslos, weil er seit zehn Jahren keinen Führerschein mehr hat. Er lernte im Chat einen anderen Schwaben kennen, der ihn in eine Chatgruppe lockte. „Ich habe geflachst, dass ich es jung und knackig mag“, sagt D. Dann sei es losgegangen mit den Fotos. Von Juli bis November 2015 dauerte das Empfangen und Weiterleiten. Manchmal sei das Handy mitten in der Nacht gegangen, „und kaum hatte ich die Bilder, schon wurde ich förmlich von allen möglichen Leuten mit Nachrichten bombardiert, sie sofort weiterzuschicken“. Anfangs sei er neugierig gewesen, danach nur noch genervt und angewidert. „Sie wurden also als Tauschbörse benutzt“, sagt der Richter.

Keine einschlägigen Vorstrafen

Einschlägige Vorstrafen gibt es nicht, nur einen kleinen Diebstahl und eine Widerstandshandlung. Staatsanwalt Rainer Hoppmann beantragt ein Jahr und vier Monate auf Bewährung, wegen 41 Fällen der Verbreitung, 170 Fällen des Verschaffens und einmal Besitz kinderpornografischer Inhalte. Zudem soll D. 120 Sozialstunden ableisten. Der Angeklagte stimmt zu: „Ich muss bestraft werden, sonst wäre ich ja gar nicht hier!“ Das Gericht folgt dem Strafantrag. D. geht mit einem zufriedenen Lächeln nach Hause und wünscht sich ein neues Leben, mit einer richtigen Wohnung und einer Arbeit. Vielleicht klappe es im neuen Jahr in Heilbronn.

 
 

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