Kinder machen historischen Hauberg filmreif

Fellinghausener Schulkinder sind Hauptdarsteller im Haubergs-Film.
Fellinghausener Schulkinder sind Hauptdarsteller im Haubergs-Film.
Foto: hn

Fellinghausen..  Mitunter sah es nicht ungefährlich aus, wenn die Jungen und Mädchen mit dem Lohlöffel die Rinde von den Eichen abschälten. Aber passiert ist zum Glück nichts, als der Förderverein Historischer Hauberg Fellinghausen im Frühjahr, Sommer und Herbst 2014 Fellinghausener Grundschüler begleitete und filmen ließ.

Unter den wachsamen Augen der Waldgenossen durften sie all die Arbeiten im Hauberg verrichten, die ihnen zuzumuten waren. Denn der Jahreskalender beinhaltet genug Gelegenheiten, auch Grundschüler zu beschäftigen – vom Schanzenbinden bis zur herbstlichen Getreideernte. Im seit über 20 Jahren bestehenden historischen Hauberg wird weitestgehend nach alten Methoden Brennholz gewonnen – bis hin zum Meiler, dessen Holzkohle vor allem in der Grillsaison beliebt ist.

Natürlich war das Fällen der Eichen und Birken den Profis vorbehalten, die an der Motorsäge ausgebildet sind und Schutzkleidung tragen müssen. Aber schon beim Einteilen am Anfang des Haubergsjahres waren die Kinder dabei und ließen sich in die Geheimnisse der alten Messmethoden einweihen.

Gefühl für harte Arbeit im Wald

Die „Rute“, das Maß aller Dinge im Hauberg, ist ein schlichtes, aber dennoch raffiniertes Instrument: Auf einer Seite befinden sich die Zeichen der 33 Fellinghausener Waldgenossen, die Anspruch auf Brennholz haben. Je nach Größe des Anteils werden die alljährlich zwei Hektar unter den Eigentümern und Nutznießern aufgeteilt. So fällt die Länge der Rute denn auch unterschiedlich aus.

Ein Jahr nachdem das erfolgreiche „Mitmachbuch für junge Haubergs­experten“ herausgekommen ist und seither in vielen Siegerländer Grundschulen verbreitet ist, kommt nun die DVD zum selben Thema: „Haubergswirtschaft macht Schule“ ist das 38-minütige Werk benannt, das vom Stendenbacher Naturfilmer Horst Thomas in Szene gesetzt wurde. Hauptakteure sind neben dem Vorsitzenden des Haubergs-Fördervereins Ulrich Gießelmann seine Mitstreiter vom Arbeitskreis Historischer Hauberg und die Waldgenossenschaft unter Vorsitz von Dr. Bernhard Kraft. Zur Premiere des Films in der Grundschule Fellinghausen kam auch Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß in Personalunion als Vorsitzender der Sparkassenstiftung Zukunft. Sie hatte die Finanzierung ermöglicht. Schulamtsdirektorin Ingrid Walder sah in der filmischen Aufarbeitung des Haubergsjahres einen zusätzlichen Anreiz für die Schulen, sich damit zu befassen.

Vermittelt wird im Haubergsfilm nicht zuletzt auch „das Gefühl, wie hart die Menschen gearbeitet haben“, wie es Ulrich Gießelmann ausdrückte. All dies ist verpackt in schöne Bilder und eine fachlich profunde Kommentierung – ein Lehrfilm, der die traditionelle Waldbewirtschaftung des Siegerlandes der jungen Generation näher bringt.

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