Kennzeichenpflicht spaltet heimische Gastronomie

Siegen.  Die Allergenkennzeichnungspflicht gemäß der EU-Lebensmittelinformationsverordnung findet ein geteiltes Echo bei der heimischen Gastronomie. 53 Prozent halten die neue Regelung für angemessen, durch die Kunden mit Allergien und/oder Unverträglichkeiten stärker zu informieren sind. 47 Prozent der Befragten finden sie hingegen unangemessen und überzogen.

Ein Fünftel der Betriebe kannte die neuen Regelungen bisher noch nicht. Die meisten Befragten rechnen mit zusätzlichem Aufwand. Etliche Gastronomen befürchten, es könne deutlich mehr an zusätzlicher bürokratischer Belastung entstehen. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK), an der sich rund 150 Unternehmen beteiligten; vor allem heimische Gastronomen, aber auch Caterer, Fleischereien sowie Unternehmen, die im Thekenverkauf unterwegs sind.

94 Prozent der Firmen, die von ihren Kunden auch schon vor der Regelung nach Allergenen gefragt wurden, gaben an, dass ihre bisherigen Auskünfte darüber vollkommen ausgereicht hätten. IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener: „Dies erklärt die zum Teil doch sehr harschen Kommentare aus der Branche.

Zutaten auflisten

Nach der Einführung des Mindestlohns und den bisher bekannt gewordenen Vorstellungen der Bundesregierung in Sachen Arbeitsstättenverordnung und Entgeltgleichheitsgesetz befürchten viele Unternehmen, nun noch zusätzlich bürokratisch belastet zu werden. Klaus Gräbener: „Viele Unternehmen meinen, dass abermals mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, zumal Experten bereits empfehlen, die Zutaten und Gewürze bei jedem einzelnen Rezept aufzulisten, sich umfangreich bei den Lieferanten über die Allergene in den gelieferten Produkten zu informieren, Mitarbeiter in Küche und Service zu schulen und Dokumentationen zu erstellen.“

Bisher wird die neue Regelung überwiegend durch Aushänge und auf den Speisekarten umgesetzt.

 
 

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