Kein grünes Licht für Geisweid

Das  Parkdeck vor dem Rathaus wird abgerissen. An gleicher Stelle entsteht ein Rewe-Markt:
Das Parkdeck vor dem Rathaus wird abgerissen. An gleicher Stelle entsteht ein Rewe-Markt:
Foto: WP

Geisweid.  Für den Umbau der Geisweider Ortsmitte gibt es in diesem Jahr kein grünes Licht mehr. Stadtentwicklungs- und Bauausschuss haben es am Donnerstag abgelehnt, der Verwaltung freie Hand für die weiteren Planungen und Vertragsabschlüsse zu geben. Eine Mehrheit von CDU, UWG, FDP, Grünen und Linken setzte die Vertagung auf die nächsten Sitzungen im Januar und Februar durch.

SPD macht allein Tempo

Architekt Markus Radtke hatte ein weiteres Mal vorgestellt, wie im Bereich des jetzigen Parkdecks ein Rewe-Markt und neben dem Rathaus ein Aldi-Discounter untergebracht werde. Die ersten Anmerkungen zu Parkplätzen und Verkehrsführung, die ersten Fragen zu Kosten und Vertragsdetails standen bereits im Raum, als Ingo Janson (CDU) der Beratung eine Wendung gab: Ja, sagte er, „ wir kommen schrittweise einer guten Lösung für Geisweid näher.“ Aber, so Janson weiter, „wir haben noch sehr viele Fragen.“ Der Antrag auf Vertagung war gestellt.

„Es ist dringend notwendig, dass sich etwas tut“, hatte Florian Schuster (SPD) noch zu Beginn der Debatte gesagt. Auch Manfred Schneider (SPD) versuchte, den von der Verwaltung gewünschten Arbeitsauftrag durchzusetzen. Das Argument, die Auswirkungen der Ansiedlung auf das bestehende Einkaufszentrum zu untersuchen, wies er zurück: „Es besteht kein Einkaufszentrum mehr — mittlerweile brennt es hier in Geisweid.“ Rüdiger Heupel (CDU) rechtfertige die Bitte um Aufschub: Seine „erste Euphorie“ sei „ein bisschen gedämpft“. Der CDU-Fraktionschef erinnerte zudem daran, dass bei dem Investorenwettbewerb, den die Schoofs-Gruppe aus Kevelaer gewonnen hatte, nur von dem Rewe-Markt die Rede war — noch nicht von dem Discounter, für den noch ein neuer Bebauungsplan aufzustellen ist.

Peter Schulte (WAS) warf dem Jamaika-Bündnis vor, die erwähnten Fragen gar nicht zu stellen: „Ein Kasperltheater.“ Worum es geht, wurde in einer Vielzahl von Wortmeldungen allerdings deutlich: nicht nur um die Grundsatzfrage, ob die neuen Märkte die Fußgängerzone retten, sondern auch um Grundstückspreise, Eigentumsverhältnisse und Kostenübernahmen, die vom Investor erwartet werden. Wirtschaftsförderer Gerald Kühn reagierte gereizt, nicht nur auf den Verriss des Stadtgestaltungsbeirats, den er „von fachlicher Seite bemerkenswert“ nannte: „Wir sind durchaus in der Lage, das zu regeln, was regelungsbedürftig ist.“ Die Vertagung sei „ ein Signal, das in die falsche Richtung geht“. Doch für dieses Plädoyer war es zu spät. „Diese zwei Monate können es nun wirklich nicht sein“, drehte Bürgermeister Steffen Mues bei, „auch wenn ich diese Vorlage unterschrieben habe.“

Kunden sollen mit dem Bus kommen 

Mit 190 Parkplätzen, davon 84 auf dem Rewe-Deck, sollen die neuen Märkte auskommen. Die Stadt konnte die sonst geforderte Zahl um 30 Prozent reduzieren, weil sie die Anbindung des Standort an den öffentlichen Nahverkehr nachweist. Direkt vor dem Rathaus wird eine neue Bushaltestelle eingerichtet.

 
 

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