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Kampf um die Zukunft

14.06.2012 | 10:00 Uhr
Kampf um die Zukunft
Der Literaturkurs der Bertha von Suttner Gesamtschule führte ein selbstgeschriebenes Jungedstück im Lyz auf.

Siegen. Es geht um nichts Geringeres als ihre Zukunft. Um Träume, Ziele und Hoffnung. Aber auch um Fremdbestimmung, Kontrolle und Hilflosigkeit. Der Literaturkurs der Bertha von Suttner-Gesamtschule bringt „Endstation: Zukunft!“ auf die Lyz-Bühne. Ein selbst geschriebenes Stück, das durch kreative Ideen glänzt und durch Authentizität überzeugt.

Ins Schloss Glockenburg haben sie die Geschichte verlegt, ein Eliteinternat, wie die Zuschauer in der ersten Aufführung am Dienstag erfahren. Die fiktive Partnerschule des Eton-Colleges stellt sich zu Beginn des Stücks in einem Werbefilm vor: „Deine Leistung – Dein Verdienst. Dein Stolz wird hier gefördert“. Doch die Fassade trügt. Im Inneren des 1239 gegründeten Hauses tobt der Aufstand. Schüler halten das Kollegium im Lehrerzimmer gefangen. In Sequenzen geht es nun von den ratlosen Lehrern zum Schulalltag vor dem Aufstand und zu angehenden Glockenburg-Schülern, die noch zu Hause wohnen.

Viel Persönliches eingebracht

Die Vorlagen zum Stück haben die Jugendlichen selbst geschrieben und viel Persönliches eingebracht. Druck der Eltern, Repressalien auf dem Schulhof und unfaire Anforderungen von Lehrern tauchen auf. Lars Dettmer und Bernd Michael Genähr sowie die Lehrer Heike Siebel und Frank Neumann setzten sie mit den Schülern in Lieder, Tänze, Videos und Theaterszenen um.

„Manchmal haben wir das Gefühl, dass unsere Schüler eine Zukunft vor sich sehen, aber nicht hinkommen“, sagt Heike Siebel zur Wahl des Themas für die siebte Aufführung des Literaturkurses. „Die Aussage, dass die Jugend die schönste Zeit und frei von Sorgen ist, ist falsch“, sagt der Schulleiter Dr. Mario Vallana. Schüler würden dem mit Misstrauen begegnen.

In „Endstation: Zukunft!“ wird deutlich, welcher Druck auf den Jugendlichen lastet. Während er einige hart macht, zerbrechen andere daran. Denn Widerworte werden im Internat Glockenburg nicht geduldet. Auch das Treffen mit den Eltern am Sprechtag wird beobachtet. Der unglückliche Tobias will sich seiner Mutter anvertrauen, wird aber vom erfolgsorientierten Vater abgeblockt. Paul hinkt im Unterricht nach und wird von seiner Lehrerin bloß gestellt. „Wir sind froh, dass es uns nicht erwischt hat“, sagen seine Klassenkameraden einfach, als er fragt, warum sie die diktatorische Pädagogin unterstützen würden. Tänzerisch setzt der Darsteller Vlad Buravsev seine hilflose Situation mehrere Male sehr beeindruckend um. Weit weg vom Internatsgeschehen wird die junge Merle, gespielt von der Unterstufenschülerin Emma Stötzel, von ihrer Mutter unter Druck gesetzt. Eine ganze Gruppe junger Schüler unterstützt den Literaturkurs auf der Bühne. Im belagerten Internat kommt es zur Auseinandersetzung darüber, wie alles enden soll. „Wir sind die Zukunft“ schreien die Darsteller den vielen Besuchern des Lyz letztendlich entgegen.

Von Irmine Skelnik


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