Junge Spanier für Siegerländer Bau

Die Projektbeteiligten und die Jugendlichen sind bester Laune.
Die Projektbeteiligten und die Jugendlichen sind bester Laune.
Foto: WP
Sieben junge Spanier bereiten sich im Zuge von Praktika auf eine Ausbildung in der Baubranche vor. Dahinter steckt das Projekt „Job of my life“ des Bundesarbeitsministeriums und der heimischen Agentur für Arbeit, das spanischen Jugendlichen eine Ausbildung in Deutschland ermöglichen soll.

Siegerland..  Mit dabei drei Betriebe der heimischen Braubranche : Otto Quast, Falkenhahn und Hundhausen. „Es wird immer schwieriger, die richtigen Auszubildenden zu finden“, sagt Michael Behr, Personalleiter bei Otto Quast.

Die Gründe für seien vielfältig. „Häufig geht es darum, dass die Vorstellungen von Betrieben und Auszubildenden nicht zueinander passen“, meint etwa Thomas Krämer, Geschäftsführer bei Hundhausen. Auch das allgemeine Interesse an einem Ausbildungsplatz in der Bauwirtschaft sei in den letzten Jahren spürbar gesunken: „Vor wenigen Jahren haben wir noch 30 richtig gute Bewerbungen bekommen, heute freuen wir uns über eine gute Hand voll“, fasst Thomas Bender von Falkenhahn die Entwicklung aus Sicht der drei Unternehmen zusammen. Der Bedarf an Fachkräften wachse auch in der Baubranche. Arbeitsabläufe seien komplexer als früher, ältere Kollegen gehen in Rente. Die Beteiligten haben unter der Voraussetzung, dass von der Rente mit 63 Gebrauch gemacht werde, errechnet, dass in den kommenden fünf Jahren fast 11 500 Menschen – das sind 10,7 Prozent der heute Beschäftigten – in Siegen-Wittgenstein in den Ruhestand gehen.

„Wir wollen mit ,Job of my life‘ einen weiteren Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region leisten“, sagt Dr. Bettina Wolf, Leiterin der Agentur für Arbeit Siegen. Den spanischen Jugendlichen biete das Projekt die Chance, die auch in Spanien hoch angesehene deutsche Berufsausbildung zu absolvieren. Gleichzeitig gebe die Ausbildung in Siegen-Wittgenstein eine zusätzliche Perspektive für einen Job in Spanien, wo die Jugendarbeitslosigkeit derzeit bei 55,4 Prozent liegt.

Alle kommen aus Madrid

Die sieben 21- bis 30-jährigen Spanier kommen alle aus Madrid. In einem Praktikum lernen sie seit Anfang Juni ihre potenziellen Arbeitgeber kennen. Nach den Praktika entscheiden sowohl Ausbildungsbetrieb als auch Praktikant, ob es mit einer Ausbildung weitergehen soll. Beeindruckt sind alle Beteiligten von der hohen Motivation der jungen Spanier: „Es ist nicht selbstverständlich, in der Heimat alles hinter sich zu lassen. Wir sind uns sicher, dass von der gemeinsamen Ausbildung nicht nur sie, sondern auch unsere Siegerländer Azubis profitieren werden.“

Jugendliche sollen WG in Siegen bekommen

Die Agentur für Arbeit unterstützt die Jugendlichen in ihrer Zeit in Deutschland bei der Unterkunft und einem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung. Zuvor wurde in Spanien bereits ein Deutschkurs finanziert, der in Siegen fortgesetzt wird.

In der Zeit des Aufenthalts in Deutschland kümmert sich das Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ Bau) in Kreuztal um die Jugendlichen, stellt ihnen mit Sascha Erlebach einen Sozialpädagogen als Ansprechpartner zur Seite.

Denn eines, so finden sowohl Dr. Bettina Wolf als auch Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau, ist ganz wichtig für das Gelingen des Projekts: „Die Region muss alles dafür tun, damit sich die jungen Menschen zu Hause fühlen.“ Dazu wollen die zukünftigen Kollegen bei den Betrieben einen Beitrag leisten und die potenziellen Auszubildenden in ihre Familien aufnehmen und ihnen ein Zimmer zur Verfügung stellen. Grundsätzlich wird aber noch nach einer passenden Wohnung in Siegen gesucht, in der die spanischen Auszubildenden in einer Wohngemeinschaft leben können.

 
 

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