Junge Mundart-Experten treffen sich in Netphen

Netphen. 332 Schülerinnen und Schüler von 20 Grund- und weiterführenden Schulen haben sich am Mundartlesewettbewerb 2013 des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein beteiligt. Jetzt wurden beim Finale im Gymnasium Netphen die Kreissieger ermittelt.

Landrat Paul Breuer, zugleich Vorsitzender des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein, begrüßte die jungen Teilnehmer: „Unsere Mundart ist etwas ganz Tolles. Wer Mundart spricht, kann stolz darauf sein, denn sie ist ein Teil unserer Identität! Sie verbindet ganz eng mit der Heimat, mit den anderen Menschen im Dorf und mit der Region, aus der man kommt.“

Beim Wettbewerb hat in der Altersstufe Klasse 1 bis 4 Lina Womelsdorf von der Elsoffer Grundschule Unterm Heiligenberg Bad Berleburg mit dem Beitrag „Begääwehere ausem Wittjesteener“ gewonnen. Platz 2 ging an Kiara Rinck (Grundschule Burbach), Platz 3 an Vivien Dünnhaupt (Grundschule Dotzlar).

In der Altersstufe Klasse 5 bis 8 gewann Tajana Patt von der Realschule Burbach mit dem Titel „Die Sage vom Ortsnamen Wahlbach“. Platz 2 errang Lisa Krommer (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Neunkirchen) und Jan-Niklas Kloft (Gymnasium Schloss Wittgenstein) Platz 3.

In der Altersstufe Klasse 9 bis 13 ging Platz 1 an Ina Luisa Schößler vom Städtischen Gymnasium Bad Laasphe mit dem Beitrag „Flijeweahr’n: ne gewaldije Offgowe“. Marcel Sänger, ebenfalls Städtisches Gymnasium Bad Laasphe, belegte Platz 2 und Lisa Schadt vom Gymnasium Schloss Wittgenstein Platz 3.

Die meisten Teilnehmer

Preise gab es auch für die Schulen mit den meisten gemeldeten Teilnehmern im Verhältnis zur Gesamtschülerzahl. Den ersten Platz belegte dabei die Grundschule „Am Burgfeld“ Bad Berleburg, auf Platz 2 kam die Grundschule Berghausen (Bad Berleburg) und auf Platz 3 die Städtische Hauptschule Bad Laasphe.

Erstmals war in diesem Jahr auch ein Kindergarten dabei. Die Dielfer Mühlenkinder vom DRK-Kindergarten in Niederdielfen umrahmten das Finale mit einem lustigen Programm. Besonders erfreut zeigte sich Landrat Paul Breuer darüber, dass die Teilnahme der Kindergartenkinder durch eine generationsübergreifende Kooperation möglich geworden war.

So hatte die 92-jährige Erika Wunderlich, Bewohnerin des Altenheims „Haus an der Weiß“ in der Nachbarschaft des Kindergartens, mit den Kindern die mundartlichen Texte und ein Lied einstudiert, die das Publikum begeisterten.

Auch Heimatgebietsleiter Dieter Tröps ist stolz, weil Siegen-Wittgenstein neben dem Münsterland die einzige Region in Westfalen ist, in der ein solcher Schulwettbewerb realisiert wird.

Fachkundige Jury

Die erste Runde des Mundart-Lesewettbewerbs ist der Klassen- und Schulentscheid. Dort qualifizieren sich die Schulsieger für den Kreisentscheid, der dieses Mal in Netphen stattfand. Die Kreissieger wurden von einer fachkundigen Jury ermittelt.

Um die heimischen Mundarten weiter zu fördern, wird der Heimatbund 2014 ein Mundartforum ausrichten. Der Arbeitskreis „Mundart, Brauchtum und Volkskunde“ im Heimatbund Siegerland-Wittgenstein ist ebenfalls sehr aktiv und hat eine Projektgruppe „Nachwuchs gesucht“ gegründet.

 
 

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