Informations-Defizite erschweren Arbeit vor Ort

Es gibt dankbarere Aufgaben als die Unterbringung von zigtausend Flüchtlingen zu koordinieren. Was aber auffällt, sind Informationsdefizite seitens der Bezirksregierung, die die Arbeit vor Ort nicht leichter machen.


Beispiel Burbach. Monatelang hieß es, die Unterkunft sei temporär. Der Betrieb wurde immer wieder für drei Monate verlängert, obwohl allen Beteiligten klar sein musste, dass Menschen dauerhaft dort unterkommen werden. In anderen Kommunen lief das nach ähnlichem Muster. Kein Betreiber kann so verlässlich planen. Er müsste Stellen ausschreiben, die auf drei Monate befristet sind. Bewerber fänden sich dafür kaum. Also müssen Ehrenamtliche herangezogen werden. Beispiel Uni. Zwei bis drei Tage sollten die Flüchtlinge dort bleiben, bis sie an eine Aufnahmeeinrichtung überwiesen werden. Jetzt, nach zehn Tagen, hat bislang keiner der 200 Menschen die Halle verlassen. Für den Betreiber macht das die Arbeit komplizierter. Wer damit rechnet, alle zwei Tage Betten neu beziehen und Menschen neu registrieren zu müssen, muss mehr Personal einteilen – unnötig, wie sich nun herausstellt.


Die Konsequenz sieht man jetzt: Das Ehrenamt ist an einer Belastungsgrenze angekommen. (Boris Schopper)