IG-Metall-Liste hat bei TKSE gewonnen

Eichen/Ferndorf.  Die Kandidatenliste der Industriegewerkschaft Metall hat bei den vorgezogenen Betriebsratswahlen in den beiden Standorten Eichen und Ferndorf von Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE) die meisten Stimmen bekommen – wie schon vor drei Jahren.

Nach der Auszählung der Stimmzettel mit drei Listen – neben IG Metall noch die Christliche Gewerkschaft Metall und „Die Alternative“ – steht fest, dass die IG Metall stärkste Gruppierung im neuen Betriebsrat bleibt. Er sei mit dem Ergebnis „hochzufrieden“, sagte der langjährige Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Otto. Von den 15 Sitzen entfallen in der neuen Wahlperiode 13 auf die IG Metall, nach der letzten, für ungültig erklärten Wahl waren es zwölf. Die Auszählung der Stimmen wurde am Freitag vor dem Hintergrund des zurückliegenden Rechtsstreits besonders akribisch vorgenommen; genaue Zahlen standen erst nach Redaktionsschluss dieser Zeitung fest.

Formfehler im Jahr 2010

Die Betriebsratswahl wäre turnusmäßig erst im Frühjahr 2014 fällig gewesen. Wegen eines Formfehlers, der dem Wahlvorstand bei der Wahl 2010 angekreidet wurde, entschied das Bundesarbeitsgericht in Kassel im Mai, dass die Wahl ungültig gewesen sei. Seither waren die gewählten Arbeitnehmervertreter in ihren Abteilungen mit Beraterverträgen aktiv.

Die Absetzung des Betriebsrats geschah nämlich genau in einer Phase der Verunsicherung, die getragen war von den in der Konzernspitze verantworteten Managementfehlern. So hatte sich der Thyssen-Krupp-Konzern mit dem Bau zweier Stahlwerke in Brasilien und USA verhoben und erheblich mehr aufwenden müssen als vorgesehen war. Die daraus resultierenden Umstrukturierungsmaßnahmen wirken sich auch auf die Standorte Eichen und Ferndorf aus, wo von den 1150 Arbeitsplätzen etwa 100 bedroht sind. Allerdings wird ein Teil der Kosten mittelfristig durch Reduzierung der Wochenarbeitszeit eingespart.

 
 

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