Hymnisch und in höchsten Tönen feierlich

Kreuztal..  Das MAKSi Akademie-Orchester hat in der Stadthalle „Serenade“ präsentiert, ein Programm von Mozart bis Bach, von „Anatevka“ bis „My Fair Lady“.

Im Dunstkreis eines renommierten Profiorchesters mit einem klassischen Ensemble ambitionierte Konzertprogramme anzubieten, dazu gehören Selbstbewusstsein und Mut. Und beides haben Maurizio Quaremba und das von ihm 2011 gegründete und geleitete MAKSi-Akademieorchester. Den Auftakt macht Mozart: „Die kleine Nachtmusik“, leicht, beschwingt und so bekannt, dass es selbst musikalische Grundschulkinder lieben und mitpfeifen können. Klug dahinter gesetzt: „Laudate Dominum“, Mozarts Vertonung des Psalms 117, von der Sopranistin Anna Pehlken hymnisch feierlich interpretiert.

Auch mit einer Uraufführung überrascht das Programm. Maurizio Quaremba hat Gabriel Faurés „Pavane“ für Flöte, Stimme und sein Orchester bearbeitet. Hier zeigen zum ersten Mal an diesem Abend die 1. Flötistin des Ensembles, Ursula Keller, Anna Pehlken und der gesamte Klangkörper ihr perfektes Zusammenspiel. Pehlkens weicher Sopran umschifft stimmlich mühelos alle musikalischen Klippen – davon gibt es viele – und erreicht leicht die geforderten Höhen. Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die alle Künstler unter dem Dirigat Quarembas beeindruckend umsetzen.

Stehender Beifall

Dann bringen die Musiker Johann Sebastian Bachs Vielseitigkeit und Gegensätzlichkeit auf den Punkt: Mit dem berühmten Flötensolo aus seiner H–moll – Suite, ein Titel mit Pop-Qualitäten, der Ursula Keller die nötigen tänzerisch-frischen Akzente verleiht. Direkt danach „Air“, die Suite in D–Dur, ebenso bekannt und so getragen und feierlich, dass sie oft bei Beerdigungen gespielt wird.

An alles andere als Beerdigungen lassen die Melodien nach der Pause denken: Ausflüge in die Welt der Musicals des letzten Jahrhunderts, von „Anatevka“ bis „My Fair Lady“. Und dabei zelebriert Anna Pehlken selbstbewusst, wie es nur Sopranistinnen können, den letzten und höchsten Ton des Abends unter dem stehenden Beifall aller Besucher. Die gehen allerdings mit dem Gefühl nach Hause, an diesem Tag etwas versäumt zu haben. Nämlich Familienangehörige, Freunde und Nachbarn einzuladen, mit in die Kreuztaler Stadthalle zu kommen. Das Programm und die Leistung der Künstler hätten es verdient gehabt.

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