Hilchenbacher setzt sich für Denkmal von Erwin Piscator ein

Erwin Piscator blickt auf seinen Geburtsort Ulm.
Erwin Piscator blickt auf seinen Geburtsort Ulm.
Foto: WP
Siegfried Fietz aus Hilchenbach sorgte dafür, dass in Ulm – der Heimatstadt von Erwin Piscator – dem „klugen Gesellschaftskritiker“ ein Denkmal gesetzt wurde.

Ulm/Hilchenbach/Siegen..  Marlon Brando, Terence Hill, Harry Belafonte, Peter Falk alias Columbo, der Detektiv mit dem Glasauge, zählten ihn zu ihren Lehrmeistern: Erwin Piscator, der vor den Nazis flüchten musste und von 1939 bis 1951 in den USA lebte. 50 Jahre nach seinem Tod ehrt die Bevölkerung seines Geburtsorts Ulm ihren bedeutendsten Bürger. Denn 1893 wurde Erwin Piscator in diesem Dörfchen nahe Greifenstein geboren. Zu seinem Heimatort hielt er Zeit seines Lebens Kontakt.

Blick auf seine Heimatstadt

Siegfried Fietz, der aus Hilchenbach stammende, inzwischen in Allendorf bei Ulm lebende Komponist, Musiker, Sänger und vielseitig aktive Künstler, hatte die Idee zu einer Ehrung Erwin Piscators. Und er fand in der Bildhauerin Gela Dömland aus Wunstorf/Luthe genau die passende Künstlerin, einen Bronzekopf des großen Theatermannes zu gestalten: In reifem Alter, mit den markanten großen Ohren. Viele Furchen durchziehen sein Gesicht, die Brüche seines Lebens sind zu sehen. Aber seine Augen sind stets hellwach. Sie blicken hinab auf Ulm, seinen Geburts- und Heimatort. Sehr zutreffend hat Siegfried Fietz dies in einem für diesen Anlass getexteten und komponierten Lied schließlich dargestellt: „Hier war dein Schwalbennest, hier war dein Wurzelgrund.“ Jan Vering, Musikdramaturg und stellvertretender Intendant des Apollo-Theaters, ein enger Freund von Siegfried Fietz, hielt die Laudatio zur Einweihung des Denkmals, zu dem er auch den ausführlichen Text der Info-Tafel beisteuerte.

Er stellte Erwin Piscators intelligente, demokratische Gesellschaftskritik heraus, die ihn einst in Berlin das „Politische Theater“ hatte erfinden lassen. Auch seine weit gerühmte Begeisterungsfähigkeit: „Piscator konnte andere begeistern, weil er selbst ein Begeisterter war.“ Und er war Anti-Militarist, zeitweise Kommunist und bis zu seinem Tod ein unbequemer Mahner. Das erklärt vielleicht, warum er auf seinen Brief an den damaligen Bürgermeister von Ulm mit der Bitte, dieser möge sich um eine Grabstelle in seinem Heimatort bemühen, nie eine Antwort erhielt.

In Berlin beigesetzt

Erwin Piscator, der am 30. März 1966 in Starnberg starb, wurde in Berlin-Zehlendorf beigesetzt. In einem Ehrengrab der Hauptstadt, deren Theaterleben er maßgeblich beeinflusst hatte. Neben Ernst Reuter, dem bedeutendsten Bürgermeister Berlins der Nachkriegszeit.

Skulpturenpark in Allendorf

Das Denkmal des großen Theatermannes Erwin Piscators befindet sich am Radweg von Beilstein durch das Ulmtal auf der Trasse einer ehemaligen Bahnlinie.

An dieser Stelle stand früher der kleine Bahnhof der Gemeinde Ulm. Fährt man auf diesem Radweg weiter, kommt man zum Skulpturenpark von Siegfried Fietz im Nachbarort Allendorf.

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