Heimatverein saniert Friedenskirche in Siegen

Die Friedenskirche in Achenbach: Im Winter 2010, unmittelbar vor dem Jahreswechsel, sperrte ein Statiker das Gebäude. Das Dach gab nach, drohte einzustürzen. Die Balken sind seit Jahrzehnten Hitze, Feuchtigkeit und Frost ausgesetzt.
Die Friedenskirche in Achenbach: Im Winter 2010, unmittelbar vor dem Jahreswechsel, sperrte ein Statiker das Gebäude. Das Dach gab nach, drohte einzustürzen. Die Balken sind seit Jahrzehnten Hitze, Feuchtigkeit und Frost ausgesetzt.
Foto: Jens Plaum
Der Heimatverein Achenbach übernimmt im August die Friedenskirche – auf Zeit. 158 000 Euro werden in die Sanierung gesteckt.

Achenbach..  Die marode Friedenskirche geht noch nicht den Weg alles Irdischen. Sie soll zu einem Begegnungszentrum werden.

Der Heimatverein Achenbach übernimmt das einzigartige Gotteshaus von der Evangelischen Christus-Kirchengemeinde und steckt 158 000 Euro in die denkmalgeschützte Substanz.

Früher

Die Friedenskirche ist Symbol. Ein Geschenk. Die evangelische-reformierte Gemeinde in Evansville im US-Bundesstaat Indiana stiftete den Holzbau aus Schweden – als Geste der Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Allerdings stand sie zunächst auf dem Eintrachtgelände. Und die Friedenskirche hieß Johanneskirche: „Die einzige Kirche in Deutschland, die Standort und Namen wechselte“, sagt Dieter Solms, Mitglied im Heimatverein. Ende der 1950er Jahre hieß es: Umzug.

Jetzt

Gottesdienste gibt es schon lange nicht mehr im schwedischen Holz. Es fault. Zusehends. Im Winter 2010, unmittelbar vor dem Jahreswechsel, sperrte ein Statiker das Gebäude. Das Dach gab nach, drohte einzustürzen. Weniger die Schneelast war ein Problem. 1962 brannte die Kirche.

Ein Teil der alten Balken wurde wieder eingebaut und war mehr als vierzig Jahre Hitze, Feuchtigkeit und Frost ausgesetzt. Pfarrer und Gläubige weichen seit Jahren in die Gemeindehäuser Emmaus und Im Samelsfeld aus.

Bald

Der Heimatverein übernimmt die Kirche Mitte August, kündigt Vorsitzender Günther Langer an. Auf Zeit. „Wir haben bis Ende 2017, um zu sanieren.“ Dann soll sich eine Stiftung um die Friedenskirche kümmern. Welche, ist derzeit noch offen. Der Heimatverein – 434 Mitglieder stark – betreibt bereits das Heimathaus und die Friedhofshalle.

Aus der Kirche wird ein Begegnungszentrum – ein multikulturelles. Das Dach soll Ende des Jahres in Ordnung gebracht sein. „Müssten wir keine Denkmalschutzauflagen beachten, hätten wir nur ein Viertel der Kosten“, sagt Günther Langer. So sind es 158 000 Euro.

Zweit Drittel davon trägt die NRW-Stiftung, einen weiteren Teil das Land und die Stadt. Und ein Achenbacher, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Dazwischen

Dass die Kirche nicht in einem noch bedauernswerteren Zustand ist, verdanken Freunde historischer Holzbaukunst dem Engagement des Heimatvereins. Bereits seit dem drohenden Dacheinsturz kümmern sich die Mitglider um das besondere Gotteshaus. Dieter Solms etwa hat mit ein paar Jugendlichen die Fassade bearbeitet.

In Kürze muss Buschwerk zurück geschnitten werden. Das Holz braucht Licht. Das Holz braucht Sonne. um abtrocknen zu können. Im Inneren haben Vereinsmitglieder Teile der abgehangenen Decke entfernt, „damit die Luft zirkulieren kann“, so Günther Langer. der Denkmalschutz wollte eigentlich, dass der Blick wieder bis hinauf in die Balkenkonstruktion des Turms geht.

Funktioniert aber nicht. „Die Heizkosten für solch hohe Räume wären viel zu hoch“, sagt Günther Langer.

Aber es gibt wieder Strom. Der war zwischenzeitlich abgestellt. Brauchte ja niemand.

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