Goldener Monaco in neuer Dimension

Foto: Magdalena Schüßler

Siegen..  Größer, schöner, prominenter. Der Goldene Monaco ist zehn Jahre alt geworden und hat an Gästen und Aufwand nicht gespart. Zum ersten Mal in der Siegerlandhalle hatte das Filmfest der Universität Siegen am Mittwoch rund 1400 Gäste, doppelt so viel wie im letzten Jahr im Apollo-Theater: die größte studentische Gala in der Siegerlandhalle seit 50 Jahren. Besonderer Gast an diesem Abend: Angelica Schwall-Düren, Medienministerin in NRW.

Leidenschaft ist seit
Beginn prägend

Ein „Megaevent“ nennt Thomas Sochocki vom Uni Radio „Radius 92.1“ den Monaco 2011. Zusammen mit der Radiomoderatorin Marlen Neuenschwader aus München führte er durch den Abend. Politische Prominenz, Security und eine volle Siegerlandhalle: Der einst eher familiäre studentische Filmabend war nicht wiederzuerkennen.

Rückblick: Vor zehn Jahren begann der Goldene Monaco als nicht ganz ernst gemeinter Preis für die damaligen Studierenden des Diplomstudiengangs Medienplanung, -entwicklung und -beratung. Im kleinen Rahmen feierten sich die Studierenden selbst, nicht ohne eine gesunde Portion Selbstironie. Perfektion war nicht das Ziel – eher der Spaß am Film.

Der Spaß hat sich über die Jahre hinweg erhalten. Die Filme zeugten auch an diesem Abend von der filmischen Leidenschaft der Studierenden. Es wurde experimentiert: ein Film ohne einen einzigen Schnitt war genauso dabei wie mit einer Taschenlampe kreierte und als einzelne Bilder aufgenommene Lichtfiguren.

Ansonsten hat sich der Goldene Monaco zu einer Großveranstaltung gemausert, über die der ehemalige Uni-Rektor Ralf Schnell zu Recht, aber mit Augenzwinkern, sagte: „Der Monaco ist mittlerweile die attraktivste Veranstaltung nicht nur in Siegen, sondern in ganz NRW. Nirgendwo sonst werden so schöne Menschen und glamouröse Roben zusammengeführt.“ Er erhielt in diesem Jahr den Sonderpreis des Netzwerkes Medienwissenschaften. Die Filme selbst hat er in seiner Rede nicht erwähnt.

Doch auch die ernteten einiges an Lob. Landes-Medienministerin Schwall-Düren etwa resümierte: „Wir brauchen uns keine Sorgen um den Nachwuchs im Medienstandort NRW zu machen.“ Auch Showact Sascha Korf bemerkte: „Ich vertraue darauf, dass Ihr die Zukunft des deutschen Films seid.“ Der könne den Witz und die Spontaneität der Studierenden gut gebrauchen, sagte der Comedian. Tatsächlich überraschten die Beiträge sowohl durch ihre frische Herangehensweise an das Thema Film als auch ein relativ hohes Maß an Qualität.

Was die Filme vor allem auszeichnete, war aber immer noch der Geist, der den Monaco einst ins Leben gerufen hat: sich selbst nicht zu ernst nehmen.

„Narrenfreiheit“ macht
Vieles erst möglich

So waren die Themen meist das studentische Leben, es wurden Hollywood-Filme parodiert, Dozenten auf die Schippe genommen, in Aufzügen getanzt, Bier getrunken und die „Berge“ Siegens bestiegen.

Sven Kämmerer gewann den Goldenen Monaco für den besten Kurzfilm und erklärt, was die Filme im Siegener Medienstudiengang so besonders macht: „Wir haben völlige Narrenfreiheit, können uns Kameras und alle Ausrüstung einfach ausleihen. Da hat mir Siegen sehr geholfen.“ Noch mehr als die institutionelle schätzt er aber die Unterstützung seiner Kommilitonen: „Es war immer jemand da, der Bock hatte, Filme zu machen.“

 
 

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