Gemeinsam durch die Krankheit

Siegen..  Als Anja Schmidt im Oktober 2014 die Diagnose Lungenkrebs bekommt, bricht für sie und ihre Familie eine Welt zusammen. Mit Rückenschmerzen und ständig geschwollenen Lymphknoten geht sie zu mehreren Ärzten, zunächst ohne Erkenntnis.

Nach eineinhalb Monaten schließlich die erschreckende Diagnose: Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Der Krebs hat bereits Metastasen gebildet, für eine Operation ist es zu spät. Mehrere kräftezehrende Chemotherapien hat Anja Schmidt bereits hinter sich.

Über die Ängste austauschen

Ihre Familie hilft der alleinerziehenden Mutter wo sie kann, doch welche Ängste und Sorgen die 45-Jährige durchlebt, ist für einen Außenstehenden unvorstellbar. Daher möchte sie eine Selbsthilfegruppe gründen. Unterstützt wird sie von Gabriele Hermann, Koordinatorin der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen.

„Ich würde mich gerne mit anderen Lungenkrebs-Patienten über ihre Erfahrungen und Ängste austauschen. Mit jemandem sprechen, der genau versteht, wie ich mich fühle.“ Der Kontakt zu anderen Betroffenen ist für Anja Schmidt ein Herzenswunsch. Sie sorgt sich besonders um ihre siebenjährige Tochter. „Ich merke, dass meine Tochter sich große Sorgen macht. Sie stellt viele Fragen, hat Angst mich zu verlieren. Ich hoffe, im Gespräch mit anderen Betroffenen zu erfahren, wie sie mit ihren Kindern und Angehörigen sprechen und umgehen.“

Die Diagnose ist für Anja Schmidt ein Schock. Nie dachte sie daran, Krebs zu bekommen. „Du kriegst mich nicht klein“, sagt sie sich und beschließt, für sich und ihre Familie stark zu sein.

Doch die Chemotherapien und Medikamente kosten sie viel Kraft. Sie leidet unter Schmerzen, Übelkeit, ist schnell erschöpft und schläft manchmal Tage durch. Ihre Mutter und Schwester helfen im Alltag und versorgen die Tochter, wenn ihr selbst die Kraft fehlt. „Wenn ich meine Familie nicht hätte, könnte ich die Situation nicht aushalten. Ich habe viele Menschen in meinem Umfeld, die mir den Rücken stärken, das ist ein schönes Gefühl.“

Kraft an andere weitergeben

Anja Schmidt ist eine strahlende Frau mit einem starken Willen, die offen mit ihrer Krankheit umgeht. Mit unvorstellbarer Willenskraft tut sie alles dafür, so intensiv wie möglich zu leben und für ihre Tochter da zu sein, auch wenn Angst und Zweifel sie immer wieder einholen. Diese Kraft möchte sie an andere Betroffene weitergeben und den Austausch nutzen, um über Ängste und Sorgen zu sprechen und sich gegenseitig Mut machen.

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