Freiwillige sollen Flüchtlingen helfen

Ilka Wiese
In Siegen wurde in der Sporthalle der Universität ein Notquartier für Flüchtlinge und Asylsuchende eingerichtet.
In Siegen wurde in der Sporthalle der Universität ein Notquartier für Flüchtlinge und Asylsuchende eingerichtet.
Foto: MATTHIAS GRABEN
Studentenpfarrer Dietrich Hoof-Greve sucht Leute für Essensausgabe und Nachtwache in dem Notquartier für Flüchtlinge an der Uni Siegen. Resonanz ist außerordentlich.

Siegen.  Freiwillige und Angestellte der Stadt Siegen werden ab Montag die Notunterkunft an der Uni Siegen am Laufen halten. Nachdem das DRK die Unterkunft in Rekordzeit aufgebaut und erstmals betrieben hat, übernahm Ende Juli die Stadt Siegen die Betreiberschaft. Vor allem die freiwillige Feuerwehr hilft auf dem Haardter Berg aus. Doch allein wird sie diese Arbeit nicht auf Dauer stemmen können. Dietrich Hoof-Greve, Pfarrer der evangelischen Studierendengemeinde, sucht nun Freiwillige. Hier alle Fragen und Antworten zu diesem Thema.

Welche Arbeiten werden von Ehrenamtlern übernommen?

Zusätzlich zu den Freizeitangeboten, die es bereits an der Unterkunft gibt und die zum größten Teil von Studenten organisiert wird (zum Beispiel Kinderbetreuung, Kleiderkammer, Internet-Café, Sprach-, Musik- und Sportangebote), soll es ab Montag einen Dienstplan geben für die Essens- und Materialausgabe und die Nachtwache. Pro Schicht werden immer fünf Leute eingesetzt, drei Ehrenamtler und zwei städtische Mitarbeiter. Als Betreiber der Unterkunft ist die Stadt auch weiterhin für die Registrierung der Flüchtlinge und die medizinischen Checks zuständig.

Wie sind die Schichten?

Das Frühstück findet von 7.30 bis 9.30 Uhr, das Mittagessen von 11.30 bis 13.30 und das Abendessen von 17.30 bis 19.30 Uhr statt. Sollte Zeit bleiben, sind eventuell Fahrten zu Ärzten und Krankenhäusern angedacht, so Hoof-Greve. Bei der Nachtwache schlafen zwei Leute in der Unterkunft, falls es zu Notfällen kommt.

Wer kann helfen?

„Alle Menschen, die uns Zeit schenken. Alle, die unbürokratisch sagen: Ich bin da“, sagt Pfarrer Dietrich Hoof-Greve. Er ist gerade mehrere Stunden täglich damit beschäftigt, Menschen für diese freiwillige Arbeit zu begeistern, zu sondieren und einzuteilen. Er schrieb zehn kirchliche Gemeinden an und startete einen Aufruf bei Facebook. Die Resonanz sei außerordentlich. „Für die Nachtwache suchen wir Leute, die besonnen reagieren“, so Hoof-Greve. Menschen, die vielleicht auch Kinder haben und einen medizinischen Hintergrund. Zwei sollen dann nachts dort schlafen. Sollte etwas sein, werden sie vom Sicherheitsdienst geweckt. „Zum Beispiel, wenn ein Kind von einer Wespe gestochen wurde.“

Wer ist derzeit in der Uni-Turnhalle untergebracht?

In der Turnhalle leben knapp 200 Menschen aus 17 verschiedenen Nationen. Die meisten von ihnen kamen bereits am 19. Juli an.

Warum soll ich überhaupt helfen?

„Damit das Ohnmachtsgefühl verschwindet“, sagt der Pfarrer Hoof-Greve. Jeder sehe die Menschen auf den überfüllten Schiffen im Mittelmeer. „Hier können Sie konkret helfen. Dem Menschen etwas zu essen oder einen Sprudel hinstellen oder mit ihm zum Arzt fahren.“

Außerdem mache Helfen glücklich. Sinngemäß stehe schon in der Bibel, was der Siegerländer so markant formuliert: „nett schwätze, mache“ und in diesem Sinne „lade ich Sie ein, mitzuhelfen, dass wir „in der Tat“ das Evangelium ernst nehmen“.

Kontakt:
Wer helfen möchte, meldet sich bei Silke Haas von der Stadt Siegen. Sie schreibt die Dienstpläne in der Notunterkunft an der Siegener Uni. Sie ist zu erreichen per E-Mail an notunterkunft@siegen.de. Bitte möglichst konkretes Datum/Zeit nennen, wann man einsatzbereit ist, und eine Kontaktadresse.


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