Frank Sauer entscheidet sich für das Lyz

Ein Mann mit vielen Gesichtern: Frank Sauer.
Ein Mann mit vielen Gesichtern: Frank Sauer.
Foto: WP
Für Frank Sauer ist es auch eine Rückkehr, wenn er am Samstag im Lyz auftritt: Er hat in Siegen studiert und mit dem Kabarett begonnen. Ein Interview.

Siegen..  Immer wieder stellt Kabarettist Frank Sauer die eine Frage: Was ist richtig – was ist falsch? Im Lyz macht er am Samstag, 21. Februar, ab 20 Uhr mit seinem Programm „Der Weg ist das Holz“ Station. Es geht um Entscheidungen aller Art. Mit unserer Redaktion sprach Sauer über seine Vergangenheit im Siegerland, die nahe Zukunft und natürlich über Entscheidungen.

Frage: Herr Sauer, welche guten oder schlechten Entscheidungen haben Sie in der letzten Zeit getroffen?

Sauer: Eine besonders gute Entscheidung war, dieses Interview mit Ihrer Zeitung zu führen. Ansonsten bin ich neulich fast in ein Stauende gefahren. Ich hatte auf die Schilder am Rand geguckt, die einem sagen, dass man auf die Straße gucken soll. Das war keine gute Entscheidung.

Sie haben in einem Interview mal gesagt, dass Sie das Thema Religion nicht behandeln, da es zu komplex sei. Sehen Sie das im Hinblick auf das aktuelle Weltgeschehen heute immer noch so?

Das würde ich heute nicht mehr so unterschreiben. Auch das Thema Religion ist kabarettabel. Nur gerade da muss man den richtigen Weg finden. Man muss es satirisch aufgreifen, darf dabei aber keine moralischen Grenzen überschreiten. Das ist eine Frage der Verantwortung dessen, was man von der Bühne herunter sagt.

Sie haben in Siegen studiert und mit dem Kabarett angefangen. Ist es für Sie etwas Besonderes, in Siegen aufzutreten?

Siegen ist natürlich immer was Besonderes. Ich habe noch Freunde da und treffe jedes Mal einen meiner alten Professoren. Er hat damals meine Magisterarbeit betreut und mir die ersten Schritte im Kabarett beigebracht. Es ist immer wieder schön, an den Ort der ,Geburt’ zurückzukommen.

Unterscheidet sich das Siegerländer Publikum von anderen Zuhörern?

Das würde ich nicht sagen. Rheinländer sind schon anders als Westfalen. Generell liegt der Unterschied aber eher zwischen Stadt und Land. Siegen ist dazwischen.

Worin besteht der Unterschied denn?

In großen Städten ist es manchmal schwieriger, die Leute zu packen. Die kennen mehr und haben andere Vergleichsmöglichkeiten. Wenn man da zu Frank Sauer geht, hat man sich gegen 27 Andere entschieden. Ich muss dann beweisen, dass es die richtige Entscheidung war. Das ist nicht besser oder schlechter. Es ist einfach anders.

Sie behandeln mitunter sehr spezielle Themen, haben Programme eigens für Handwerker oder Taucher. Fällt Ihnen auch ein spezielles Siegerland-Thema ein?

Dafür bin ich zu wenig in regionalen Themen drin. Was ich aber auf keinen Fall machen werde, ist ein Wortspiel mit siegen und verlieren.

Welche wichtigen Entscheidungen stehen in diesem Jahr noch an?

Ich werde ein neues Programm machen. Da ist die erste Entscheidung: Wie soll es heißen? Es soll um das Thema Geschwindigkeit mit all seinen Facetten gehen. Die Premiere findet im Herbst im Senftöpfchen in Köln, einem sehr renommierten Theater im Kabarett, statt.

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