Flüchtlingshilfe in Siegen soll koordiniert ablaufen

Johannes Pusch
Zahlreiche Menschen wollen sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Viele Institutionen, Vereine und Verbände freuen sich über Mithilfe.

Siegen.  Die Hilfsbereitschaft in Siegen ist groß. Zu diesem Schluss kommen derzeit viele Institutionen, die sich mit Flüchtlingshilfe beschäftigen. Wichtig ist den Organisatoren aber eines: Die Hilfe soll koordiniert ablaufen.

Die studentische Initiative „Refugees Welcome“ versorgt die Asylsuchenden, die zurzeit in der Uni-Dreifachturnhalle leben, mit Kleidung. Aufgrund der begrenzten Lagermöglichkeit bitten die Helfer davon abzusehen, weitere Kleiderspenden vor Ort abzugeben. Potenzielle Spender können sich auf der Facebook-Seite von „Refugees Welcome“ informieren, wann Spenden wieder entgegengenommen werden. In den nächsten Wochen werden vermehrt Kinder- und Sportschuhe sowie Kleidung (XS bis L) benötigt.

Asta und Uni suchen Dolmetscher für diese Sprachen: Kurdisch, Türkisch, Albanisch, Serbisch, Kroatisch, Rumänisch und afrikanische Sprachen. Ehrenamtliche Übersetzer können sich per E-Mail an asta@uni-siegen.de oder persönlich im Asta-Büro (AR-H 215-18) melden. Wer sich zudem bei der Organisation und Durchführung von Freizeitangeboten engagieren will, kann sich per E-Mail an refugeeswelcome@uni-siegen.de wenden.

Außerdem werden Freiwillige gesucht, die bei der Kinderbetreuung der Flüchtlinge helfen können, und zwar täglich zwischen 9 und 20.30 Uhr. Das Gleichstellungsbüro der Uni koordiniert die Anmeldung: Telefonisch unter 0271/740-22 27 und per E-Mail an gleichstellungsbeauftragte@uni-siegen.de.

Die AWO an der Koblenzer Straße 136, nimmt Spiele- und Sportmaterial-Spenden entgegen. Gesucht wird vor allem „Alles, was noch in einen vollen Koffer passt.“ Außer Brett- und Kartenspielen können diverse Bälle abgegeben werden.

Auch Geldspenden sind möglich. Die Stadt Siegen hat ein Spendenkonto bei der Sparkasse eröffnet.
Die IBAN-Nummer lautet:
DE36460500010001100015

Außer den Angeboten für die Flüchtlinge an der Uni gibt es noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, Gutes zu tun. Die Städte und Gemeinden im Umkreis verweisen vor allem auf Hilfsangebote der Diakonie und Caritas. Bei der Caritas kümmert sich Ilse Zajewski 0271/2 36 02 18, um die Koordinierung. Die Malteser in Netphen nehmen Schuhspenden entgegen. Kontakt: info@malteser-netphen.de und 02738/30 58 05. In Freudenberg können größere Küchengeräte direkt bei der Stadt abgegeben werden. Nähere Informationen hat Olaf Smolny unter 02734/4 31 91.

Um die Flüchtlingsunterkunft in Burbach hat sich ein Netz von Helfern gebildet. Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde ist unter fluechtlingsarbeit@kirche-burbach.de zu erreichen.

Für Ehrenamtliche existiert ein eigener Erfahrungsaustausch, den die Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises und der Migrationsfachdienstes der Diakonie organisieren. Helfer treffen sich regelmäßig. Nächster Termin ist Montag, 17. August, im Kirchenladen Offenbar in der Kölner Straße 8, Siegen. Anmeldungen sind per E-Mail an heike.dreisbach@kirchenkreis-siegen.de möglich.

Im Dekanat Siegen betreiben zudem fünf Gemeinden Kleiderkammern.

Nachtrag:

Das Gleichstellungsbüro der Universität hat für die Kinderbetreuung der Flüchtlingshilfe eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Ehrenamtliche können mit den Organisatoren nun per Nachricht an kinderbetreuung.gefluechtete@uni-siegen.de in Kontakt treten. Die Betreuung findet täglich zwischen 9 und 20.30Uhr statt.

Auch die Stadt hat eine E-Mail eingerichtet. Die ehrenamtliche Hilfe rund um die Sporthalle an der Uni wird per Mail an notunterkunft@siegen.de koordiniert.

Kommentar 

Wer sich zurzeit in den Sozialen Netzwerken bewegt, der kommt um Diskussionen rund um Flüchtlinge nicht herum. Der Ton ist oft rau, viele Schreiber scheinen nicht empathiefähig, Generalisierungen und Vorurteile finden sich zu Hauf. Spaß macht mir das Web im Moment nicht. Umso schöner, dass sich abseits von Facebook, Twitter und Co. tolle Dinge abspielen. Wegen der hohen Spendenbereitschaft der Siegerländer nimmt der neue Kleiderladen an der Uni Spenden in Etappen entgegen. Die Menge an Schuhen und Klamotten übersteigt die Lagerkapazitäten. Die Informationen, was wann wo und wie benötigt wird, veröffentlicht die studentische Initiative Refugees Welcome übrigens im Netz: auf ihrer Facebook-Seite.

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