Flecker Feuer – Neue Erkenntnisse zum Stadtbrand

Das Bild zeigt die Simulation des Stadtbrands Freudenberg von 1666 aus dem Jahr 2005.
Das Bild zeigt die Simulation des Stadtbrands Freudenberg von 1666 aus dem Jahr 2005.
Foto: WP
Der Stadtbrand vom 9. August 1666 war zentrales Thema auf der Tagung der Freudenberger Ortsheimatpfleger. 2016 werden es 350 Jahre her sein, dass die Katastrophe den Flecken bis auf ein Haus vernichtete.

Freudenberg..  An dem Thema arbeitet auch der Arbeitskreis „Stadt- und Baugeschichte“ des 4FACHWERK-Museums.

„Donnerstrahl im lustigen Flecken“

„Es gibt erhebliche Lücken in der schriftlichen Überlieferung“, stellte ARGE-Vorsitzender Bernd Brandemann fest. Gemeinsam mit dem Blog „siwiarchiv“ wurde deshalb ein Aufruf via Internet an Historiker und Archivare gerichtet, um Kenntnis von Urkunden zu erhalten. Ein Erfolg war der Tipp der Uni Siegen auf das 1703 in Frankfurt erschienene Werk „Theatri Europaei Zehender Theil“, dem zu entnehmen war, „im lustigen Flecken Freudenberg seien 71 Häuser und 25 Scheunen durch einen Donnerstrahl angezündet und dadurch samt Kirche eingeäschert worden“. „Diese konkreten Zahlen waren bis dahin so nicht bekannt“, so Brandemann. Weitere Belege würden gesucht, denn für den systematischen Wiederaufbau müsse es Pläne und landesherrschaftliche Bauvorschriften gegeben haben. „Von Bedeutung sind aber auch Funde aus den Nachbargemeinden“, sagt Detlef Köppen, um Mosaiksteine über die Ereignisse zu finden. So heißt es in der Hinterhüttschen Chronik vom 10. August 1666 „Es sind auff den Lärmenstreich viel Leuth auß vnserm Ambt herüber gemacht / aber nichts mehr helffen können“. 2016 soll eine geschichtliche Erinnerung zum Brand geben, so Brandemann: „Das Alleinstellungsmerkmal für Freudenberg ist seine Altstadt. Dass der Alte Flecken heute so aussieht, wie er aussieht, begründet sich in einer Zäsur der Stadtgeschichte, dem Stadtbrand von 1666“.

675 Jahre Oberfischbach

Stadtarchivar Detlef Köppen informierte in der Besprechung über das sogenannte Jubiläumskataster, in dem alle gewichtigen Anlässe und Gründungsdaten aus Freudenberg eingepflegt sind. Sie geben frühzeitig Hinweise auf Ereignisse, an die dann vor Ort erinnert werden kann. Zum Beispiel zählt dazu jene Urkunde vom 24. Februar 1342, in dem die Orte Dirlenbach, Heisberg und Oberfischbach sowie dessen Kirchengemeinde erstmalig erwähnt wurden. Oberfischbach wird diese 675-Jahr-Feier mit einem Festwochenende am 8. und 9. Juli 2017 begehen. Ebenso war dem Kataster zu entnehmen, so Köppen, dass vor 400 Jahren erstmalig der Name „Hohenhain“ als Bezeichnung für diesen bewohnten Ort im ältesten Freudenberger Kirchenbuch (1612-1665) mit einem Taufeintrag vom 23. Juli 1615 zu finden ist. Der Ort als solcher bestehe natürlich viel länger.

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