Festival gegen Rassismus an Siegener Uni

Stimmung trotz Regen
Stimmung trotz Regen
Foto: WP
Beim „Festival contre le Rascisme“ sprechen sich Studenten für mehr Toleranz aus

Weidenau.  Jedes Jahr findet das „Festival Contre Le Racisme“ (Festival gegen den Rassismus) überall an Hochschulen in Deutschland statt. Dieses Jahr veranstaltet es die Universtität Siegen zum elften Mal. Das Organisationsteam rund um Robin Walkenhorst und Matthias Biermann hat für diese Woche ein buntes Programm zusammengestellt. Schon seit Montag kann man kostenlos und ohne Anmeldung Vorträge zu Themen wie „Rechte Strukturen und der Widerstand in der Region“ besuchen. Diese finden in verschiedenen Räumen am Adolf-Reichwein-Campus statt, während ab Dienstag Events auf der Bistrowiese und im Vortex zum Feiern einladen. Die KünstlerInnen bieten mit den verschiedensten Genres von Rap bis zu Elektro viel Abwechslung. Manche von ihnen sind keiner eindeutigen Musikrichtung zuzuordnen, es wird also spannend.

Antiziganismus steht im Zentrum

In diesem Jahr fokussiert sich das Festival Contre Le Racisme speziell auf Antiziganismus (Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma). Am Mittwoch wird dieses Thema in einem Vortrag von Ulrich F. Opfermann, behandelt, der Mitglied der Gesellschaft für Antiziganismusforschung ist.

Auch wenn eine ordentliche Portion Siegerländer Regenwetter den Auftakt des Festivals am Dienstag störte, ließen sich die Studenten davon nicht unterkriegen. Die studentische Initiative „Kunstwertschätzen“ hatte zum Glück vorgesorgt: Hier konnten die Studis weiße Regenschirme bunt bemalen.

Weil man bei all den Veranstaltungen schnell den Überblick verlieren kann, findet ihr hier éine kleine Übersicht über anstehenden Veranstaltungen von Mittwoch bis Freitag:
Mittwoch, 16 Uhr: „Diskriminierte Minderheit: Sinti & Roma“ in AR-F-002. Ein Vortrag von Ulrich F. Opfermann (Vorstandsmitglied in der NS-Gedenkstätte Aktives Museum Südwestfalen in Siegen), der die Geschichte sowie die aktuelle Situation von Sinti und Roma in Deutschland aufzeigt. Ab 16 Uhr gibt es auf der Bistrowiese Musik von:„heinzesuchardaukuuleleconnection“ (Ukulele und Gesang), Sorab Jon Asar (Singer/Songwriter), Hachiku (Singer/Songwriter) und form (Rap).
Donnerstag, 16 Uhr: Vortrag „Refugees Solidarity Mainz“ in AR-H- 105. David Häußer, der am Mittwoch als „form“ auf der Bistrowiese auftritt, informiert über die Arbeit der Initiative. Ab 19 Uhr spielen im Vortex: Aurora Asperatus (Post-Rock), Torkel T (Rap), Jennifer Gegenläufer (Rap) und Julian Main-Hauff (Elektro). Für die musikalische Untermalung der Afterhour sorgt Mokult (Elektro).
Freitag, 16 Uhr: Vortrag „Pegida und AfD: Sektenstrukturen in politischen Gruppierungen?“ von einem Mitglied der ver.di Koblenz in AR-B-2201.

Reflektieren und Positionieren gegen Rassismus

Matthias Biermann vom Orga-Team des FCLR im Gespräch mit Antonia Jost:

1) Inwieweit setzt das FCLR ein Zeichen gegen Rassismus?

Indem wir durch die Festivitäten auf Rassismus aufmerksam machen wollen. Parallel dazu kann sich jeder in den Vorträgen, die wir anbieten, über Themen wie Rassismus und Sexismus informieren. Das Bühnenprogramm ist eher dazu da, um Aufmerksamkeit zu erregen und auf die Vorträge zu verweisen. Außerdem ist die Voraussetzung für die Künstler, die beim Festival auftreten, dass sie weder rassistisch, noch sexistisch oder kapitalistisch sind.

2) Ist Rassismus an der Uni Siegen überhaupt ein Thema?

Zum einen sehe ich es persönlich so, dass sich Rassismus nicht in Nazibanden, die in den Straßen umherlaufen äußert, sondern in nationalistischen Äußerungen, die andere exkludieren. Zum anderen kann Alltagsrassismus natürlich auch an der Uni stattfinden, zum Beispiel, wenn jemand nur aufgrund seiner Hautfarbe gefragt wird, wo er herkommt.

3) Was kann jede Person gegen Rassismus tun?

Reflektieren und nachdenken, sich selbst und die Medien hinterfragen. Ich kann im Alltag schauen, wo mir Rassismus begegnet und mich dagegen positionieren. Die meisten haben zwar eine antirassistische Grundhaltung, aber die wenigsten positionieren sich tatsächlich und zeigen das zum Beispiel auf Demos.

 
 

EURE FAVORITEN