Fachwerkhaus-Brand in Geisweid – Feuerwehr schlägt Wände auf

Die Feuerwehr auf der Suche nach Glutnestern in dem abgebrannten Fachwerkhaus in Siegen-Geisweid.
Die Feuerwehr auf der Suche nach Glutnestern in dem abgebrannten Fachwerkhaus in Siegen-Geisweid.
Foto: Jürgen Schade
Einen dramatischen und schwierigen Einsatz hatte die Feuerwehr in der vergangenen Nacht in Geisweid bei Siegen. Wände, Decken und Fußböden in einem brennenden Fachwerkhaus mussten aufgeschlagen werden, um das Feuer in dem Altbau unter Kontrolle zu bringen.

Siegen-Geisweid. Das dieser Einsatz fast sechs Stunden dauern würde, daran hätte der Einsatzleiter der Feuerwehr Siegen, Brandinspektor Karl-Heinz Richter, in der Nacht zum Mittwoch nicht gedacht als er dann gegen 6 Uhr wieder zur Feuerwache fuhr. „Die Sicherheit meiner Einsatzkräfte und die der Bewohner standen an erster Stelle deshalb habe ich auch das Technische Hilfswerk Siegen um Unterstützung gebeten“, sagte er am Ende erschöpft.

In der Nacht zu Mittwoch um kurz nach Mitternacht war es in der Straße „Im Wiesental“ zum Brand in einem Mehrfamilienhaus gekommen. Als die Polizei am Einsatzort eintraf, war die Feuerwehr Siegen (Hauptamtliche Wache sowie die Löschzüge Geisweid und Sohlbach-Buchen) bereits vor Ort. Sämtliche Bewohner des Fachwerkbaus hatten das Gebäude bereits vorsichtshalber verlassen.

Auf den Brand aufmerksam geworden war eine 20-jährige Hausbewohnerin, die gegen 23:45 Uhr eine von ihren Wohnwänden ausgehende Rauchentwicklung wahrgenommen hatte. Die junge Frau hatte dann ihre Familie geweckt, nach der möglichen Brandursache gesucht, die Feuerwehr verständigt und gemeinsam mit den sonstigen Bewohnern das Gebäude verlassen.

Pärchen musste im Feuerwehrhaus übernachten

Eine in dem Haus wohnende fünfköpfige Familie wurde bei Freunden untergebracht, ein ebenfalls in dem Haus wohnendes Pärchen wurde durch die Feuerwehr Siegen zunächst ins Gerätehaus der Feuerwehr Geisweid gebracht. Dort kümmerte sich ein Ordnungsbeamter um einen Schlafplatz.

Die Feuerwehr indes versuchte das Feuer zu lokalisieren, was sich jedoch als sehr schwierig herausstellte. Vermutlich ist der Brand durch den Kamin entstanden und hatte sich in dem alten Haus in den Wänden, Decken und Fußböden festgefressen. Aufgrund der Verschachtelung in dem Haus und möglicherweise unfachmännischen Baumaßnahmen wurden das Technischen Hilfswerk Siegen und der Bauchfachtechniker der Feuerwehr des Kreises Siegen-Wittgenstein Christian Sting alarmiert.

Während das THW unter Leitung des Ortsbeauftragten Reiner Senner Baustützen und Balken in das Gebäude einzogen, damit die Decken und Fußböden nicht durchbrachen, wurden Wände, Decken und Fußböden aufgeschlagen um nach dem Feuer zu suchen. Schließlich wurden die Helfer fündig und mussten mehrere brennende tragende Balken mit schwerem Gerät herausschneiden. Im Hinblick auf die Sicherheit bzw. Statik des Mehrfamilienhauses wurde von Seiten der Polizei die Brandstelle bzw. das Haus beschlagnahmt und gesperrt.

Kaminbrand könnte eine Brandursache sein

Am Mittwochmorgen wurde das Bauamt des Kreises Siegen-Wittgenstein zur Gebäudebegutachtung eingeschaltet, ebenso die Brandspezialisten des Siegener Kriminalkommissariats. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei könnte möglicherweise ein Kaminbrand brandursächlich gewesen sein bzw. auch eine unsachgemäße Installation einer Holzbalkendecke in der Nähe des Kamins. Angaben zur Schadenshöhe können derzeit noch nicht gemacht werden, jedoch dürften die nach ersten Schätzungen im hohen fünfstelligen Bereich liegen.

 
 

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