Ex-Feuerwehrmann zündelte in Serie und muss in Haft

Archivbild: Auch dieses Feuer in Siegen wurde gelegt. Ein ehemaliger Feuerwehrmann wurde nun für die Taten verurteilt.
Archivbild: Auch dieses Feuer in Siegen wurde gelegt. Ein ehemaliger Feuerwehrmann wurde nun für die Taten verurteilt.
Foto: Jürgen Schade
Nach einer über Monate laufenden Brandserie hat das Landgericht Siegen jetzt einen Ex-Feuerwehrmann zu einer Haftstrafe verurteilt - ohne Bewährung.

Siegen. Fünf Wochen lang hielt er die Polizei und Feuerwehr in Atem. Ein 39 Jahre alter Feuerwehrmann aus Siegen legte 31 Brände und wurde dafür am Mittwoch vom Landgericht in Siegen zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Brandserie wurde nur gestoppt, weil der Mann bei einer seiner Taten von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden war.

Seine Taten begründete der reumütige Brandstifter mit häuslichen Problemen. Immer wieder hatte er Ärger mit Ehefrau und der Schwiegermutter, mit der er unter einem Dach lebte. "Er wurde von seiner Frau gedemütigt und hat sich in der Rolle des Helfers und Retters wohl gefühlt", sagte die Vorsitzende Richterin in ihrer Urteilsbegründung. "Um dieses Gefühl möglichst häufig zu haben, hat er immer wieder Feuer gelegt."

31 Brände gelegt - und dann meistens mitgelöscht

Denn bei seinen Feuerwehr-Kameraden war der 39-Jährige anerkannt und beliebt. "Aber er hat Anfang des Jahres fünf Wochen lang für erhebliche Unruhe und Angst in der Bevölkerung gesorgt", sagte die Richterin. Insgesamt legte der Feuerwehrmann 31 Brände, bei den meisten Taten rückte er dann selbst zum Löschen aus. Zuerst steckte der 39-Jährige Papiercontainer an, dann legte er Grillanzünder auf Autoreifen, um Autos in Flammen aufgehen zu lassen. An einzelnen Tagen zündelte er gleich mehrmals.

"Das er Angst verbreitet hat, ist ihm erst später klar geworden", sagte Anwalt Arnim Osterod. Sein Mandant habe niemanden verletzen wollen. Doch zumindest eine der Brandstiftungen hätte schlimme Folgen haben können: Am 20. Januar steckte der 39-Jährige ein Wohnmobil an. Als er mit seinen Feuerwehrkameraden löschte, flogen Gasflaschen in die Luft.

Gericht wertete Geständnis von Brandstifter als strafmildernd

Der Besitzer des 23.000 Euro teuren Wohnmobils verfolgte die Urteilsbegründung. "Er hat in fünf Wochen sein Leben weggeworfen und muss nun neu anfangen", sagte Siegfried Bäcker. Der Mann tue ihm auch irgendwie leid.

Das umfangreiche Geständnis wertete das Gericht strafmildernd. "Und er ist reumütig und das glauben wir ihm", sagte die Vorsitzende Richerin. Neben der Haftstrafe kommen weitere Folgen auf den ehemaligen Feuerwehrmann zu: "Er wird nie wieder eine Feuerwehr-Tätigkeit ausüben können. Das ist sehr hart für ihn", sagte die Richterin. Außerdem muss er den Schaden von mehr als 125.000 Euro ersetzen.

Der 39-Jährige nahm den Urteilsspruch wegen Sachbeschädigung, Brandstiftung und schwerer Brandstiftung sichtlich mitgenommen hin und sagte dann unter Tränen, dass er das Urteil annehmen wolle: "Ich habe es ja getan." Sein Anwalt bat um Bedenkzeit, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig. (dpa)

 
 

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