Eisenbahnmuseum in Siegen widerspricht Bahn-Kündigung

Das Eisenbahnmuseum soll auch in Zukunft sein Zuhause im Ringlokschuppen haben – allerdings ohne die Eisenbahnfreunde Betzdorf. Die Museumsverantwortlichen reichten Räumungsklage ein.
Das Eisenbahnmuseum soll auch in Zukunft sein Zuhause im Ringlokschuppen haben – allerdings ohne die Eisenbahnfreunde Betzdorf. Die Museumsverantwortlichen reichten Räumungsklage ein.
Foto: Jens Plaum
Die Verantwortlichen des Südwestfälischen Eisenbahnmuseums nehmen die Kündigung des Mietvertrags für den Ringlokschuppen gelassen hin.

Siegen..  Dennoch soll es beim Aus in Siegen für die Eisenbahnfreunde Betzdorf – sie sind Untermieter im Ringlokschuppen – bleiben.

„Wir halten am Vertrag fest, wir bleiben hier“, Burkhard Hoss, Anwalt des Museums.
Die DB-Netz habe den Mietvertrag mit dem Museum am 20. März gekündigt, sagt Rechtsanwalt Burkhard Hoss. Er vertritt das Eisenbahnmuseum. Demnach sei für seine Mandanten zum 30. Juni Schluss in dem denkmalgeschützten Gebäude unweit des Bahnhofs.

Aber: Den Mietvertrag habe das Museum nicht mit DB Netz, sondern mit der DB Services und Immobilien, ebenfalls ein Unternehmen der Bahn, abgeschlossen. Die Kündigung sei formal also unwirksam. Die Bahn hingegen teilte bereits am Mittwoch mit, dass die DB Immobilien dem Museum gekündigt habe. „Grund für die Kündigung war die wiederholte Nichteinhaltung des Mietzweckes durch die Mieter“, sagte eine Bahnsprecherin.

Auch dieser Darstellung widerspricht Burkhard Hoss. Der Vertrag sehe unter anderem das Aus- und Abstellen von Museumsfahrzeugen vor. Dazu gehöre auch – entgegen der Vorwürfe der Bahn – „die Reparatur und Pflege der Fahrzeuge“, so der Jurist. Schließlich dulde das Unternehmen diese Praxis „seit fast 20 Jahren“, und zwar „wissentlich“.

„Das wird hier schon weitergehen mit den Dampfloks.“, Hans-Joachim Bäcker, Südwestfälisches Eisenbahnmuseum.
Das Eisenbahnmuseum seinerseits hat Räumungsklage gegen die Eisenbahnfreunde eingereicht. Der Verein schulde dem Museum zwei Monatsmieten und Nebenkosten, insgesamt ein Betrag von mehr als 10 000 Euro, rechnete Burkhard Hoss vor. Und er lastet den Eisenbahnfreunden „besonders verwerfliches Verhalten“ an.

Zudem sollen Brand- und Umweltschutzauflagen nicht eingehalten worden sein. Das sei ebenfalls ein Kritikpunkt der Bahn. Karl Schäfer, 1. Vorsitzender der Eisenbahnfreunde, wies auf eine einstweilige Unterlassungsverfügung des Landgerichts Koblenz hin und wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Bereits vor zwei Jahren sprach das Eisenbahnmuseum seinem Untermieter Eisenbahnfreunde eine Kündigung aus, zog sie kurze Zeit später wieder zurück. „Wir haben gedacht, wir könnten uns mit den Eisenbahnfreunden einigen“, sagte Hans-Joachim Bäcker, ebenfalls aktiv im Museum. Das sei in der „jetzigen Konstellation“ allerdings schwierig.

Zugleich hat er beruhigende Nachrichten für die Fans historischer Schienenfahrzeuge. Sollten die Eisenbahnfreunde in Siegen tatsächlich keine Chance mehr haben, sei das nicht das Ende alten Eisens im Schuppen. Das Museum verfügt über eine Reihe eigener Wagen und Loks – eine davon wird mit Dampf angetrieben.

Folgen Sie uns auch auf Facebook .

EURE FAVORITEN