Eine Schande für Siegen

Nur noch vier Stimmen fehlen, mag ein Optimist sagen. In früheren Jahren war die Mehrheit gegen eine Ehrung von Walter Krämer noch größer. Doch das ändert nichts daran, dass sich viele Christdemokraten weiterhin völlig beratungsresistent, verbohrt und im Kalten Krieg verhaftet präsentieren.

Die CDU schafft es nicht, über ihren eigenen Schatten zu springen. „Stahlhelmfraktion" - das böse Wort machte erneut die Runde. Denn die CDU bleibt bei der – mangels Diskussion nicht erneut ausgesprochenen – Position, dass man einen Kommunisten nicht ehren könne. Zum Schaden der Stadt.

Ihre Parteifreunde in Kreuztal hatten sich sich ähnlich verhalten, als sie trotz internationaler Kritik daran festhielten, dass das städtische Gymnasium auch in Zukunft den Namen eines verurteilten Kriegsverbrechers (und Kreuztaler Ehrenbürgers) tragen sollte. „Flick ist kein Vorbild" - diese Kampagne fruchtete. Der CDU-Bürgermeister schwenkte dort spät um. Mit der Begründung, Schaden von der Stadt abzuwenden.

Doch das, liebe CDU-Fraktion in Siegen, ist auch Ihre Aufgabe. Fahrlässig wurde – allen internationalen Ehrungen und Appellen zum Trotz – die Ehrung erneut verweigert. Das ist eine Schande. Denn Krämer ist ein Vorbild, wie der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma betonte. Diesen Schaden muss die Stadt – und damit auch der CDU-Bürgermeister – tragen. In Kreuztal ist die CDU abgewählt worden. Dort stellt nun die SPD den Bürgermeister.

 
 

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