Ein Geschenkehäuschen für alle

Givebox wird in Rudersdorf gebaut.
Givebox wird in Rudersdorf gebaut.
Foto: Markus Möller

Siegen.. Geschenke für alle soll es ab Dienstag in der Kölner Straße geben. Eine ehrenamtliche Gruppe will ein selbstgezimmertes Häuschen an der roten Telefonzelle bei Karstadt aufstellen. Die Grundidee dieser modernen Nachbarschaftshilfe: Jeder darf Dinge hineinlegen, die er nicht mehr braucht – und jeder darf von dort auch Sachen mitnehmen, die er gebrauchen kann.

„Meistens sind das Bücher, Küchengeräte oder Kleidung“, erzählt Mitinitiatorin Julia Dombrowski. In rund zehn Städten stehen bereits solche Giveboxen – die Idee verbreitet sich vor allem über das Internetportal „Facebook“ und wird von verschiedenen Gruppen aufgegriffen.

Bücher, Küchengeräte und Kleidung

In Siegen haben die rund 15 Mitglieder des Web 2.0 Stammtisches Ende November die Initiative ergriffen. Am Wochenende erhält der 1,60 Meter lange, 1,20 Meter breite und rund zwei Meter hohe Rohbau seinen letzten Schliff durch einen Graffiti-Künstler. Er ist damit fast doppelt so groß wie die bisherigen Hütten. Es fehlen noch die Regale und eine Kleiderstange.

Ein Duschvorhang am Eingang soll die Givebox vor Regen schützen, eine abschließbare Tür gibt es nicht, die Hütte soll immer zugänglich sein.

„Im Grunde sind wir aber Spießer“ sagt Julia Dombrowski. Die Siegener Gruppe ist die erste, die bei der Givebox mit der Stadt zusammenarbeitet. Denn in allen anderen Städten, so auch in Münster und Berlin, sei die Box einfach wild aufgestellt worden. Mit der Konsequenz, dass die ersten Boxen nun abgerissen werden müssen.

„Wir wussten, wenn wir es so in die Fußgängerzone packen, wird die Stadt das nicht dulden.“ Deshalb schrieb sie den Bürgermeister Steffen Mues direkt über Facebook an. Und der war so begeistert von der Idee, dass er ihr noch am selben Tag Kontaktpartner bei der Verwaltung vermittelte.

Die Stadt kümmerte sich um einen geeigneten Standort für die Hütte, stimmte das Projekt mit der Feuerwehr und dem Ordnungsamt ab und setzte einen Vertrag auf, der die Initiatoren dazu verpflichtet, sich regelmäßig um die Givebox zu kümmern. Denn so gut gemeint die Idee dieses öffentlichen Geschenkehäuschens ist, „wir rechnen auch damit, dass irgendein Mist passiert“, sagt Julia Dombrowski.

Verwüstungen kommen in anderen Städten vor

Etwa, wenn jemand im Inneren Chaos anrichtet oder die kleine Hütte von außen beschmiert oder beschädigt wird. Das sei in den anderen Städten durchaus vorgekommen. Aber es gebe auch die Erfahrung, dass Unbekannte eine verwüstete Box wieder hergerichtet haben. „Es wäre schön, wenn die Siegener das als großes Gemeinschaftsprojekt sehen würden.“ Der interaktive Gedanke dabei sei wichtig – denn auch wenn die Box von allen anonym genutzt werden kann, wird es ein Gästebuch darin geben, in dem sich die Leute für ihre Geschenke bedanken können.

 
 

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