Drei Denkmäler sind dem Verfall preisgegeben

Arbeiterwohnsiedlung Silberhütte in Kredenbach Altlohe 2 bis 6
Arbeiterwohnsiedlung Silberhütte in Kredenbach Altlohe 2 bis 6
Foto: WR

Kreuztal..  In der Fassade der „Silberhütte“ fehlt ein Stück: Natürlicher Verfall der 1718 errichteten Arbeiterunterkunft an der Straße Altlohe in Kredenbach. Zwar ist vom Verwaltungsgericht der Abbruch verhindert worden, aber es gibt keine Anzeichen, dass die Eigentümer das seit 1984 denkmalgeschützte Gebäude sanieren wollen. Wohl kommen sie stets den Auflagen der Stadt nach, wenn etwa ein Teil vom Gefache heruntergefallen ist. Aber die vollständige Renovierung ist nicht in Sicht.

„Schade“ findet das Kreuztals Stadtbaurat Eberhard Vogel. Denn bauhistorisch ist das lang gezogene Fachwerkensemble direkt an der B 508 sicherlich etwas Besonderes – ein trotz der provisorischen Instandhaltung immer noch ansehnliches Relikt einer vor nun fast drei Jahrhunderten begonnenen wirtschaftlichen Entwicklung, als sich die Dienstherren aus vorindustrieller Zeit um angemessene Unterbringung ihrer Mitarbeiter und deren Familien bemühten (siehe Infobox).

Die „Silberhütte“ ist nicht das einzige denkmalgeschützte Objekt im Kreuztaler Stadtgebiet, das leer steht und dem Verfall preisgegeben ist. Die zuständige Sachbearbeiterin Verena Gräbener von der Unteren Denkmalbehörde kennt noch mindestens zwei als erhaltenswürdig angesehene und in die Denkmalliste eingetragene Gebäude, die unbewohnt sind: ein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebautes Haus in der Grubenstraße in Littfeld und eine aus dem Jahr 1931 stammende Stadtvilla in der Moltkestraße in der Kreuztaler Stadtmitte.

Alle übrigen 153 Denkmäler und Ensembles – insgesamt über 180 Gebäude – werden von ihren Besitzern genutzt und regelmäßig nach den strengen Vorgaben des Denkmalschutzgesetzes in Ordnung gehalten. Die meisten davon befinden sich in Ferndorf: genau 36 und damit jedes fünfte. Der Stadtteil Fellinghausen dagegen hat nur zwei Denkmäler und damit eines weniger als der Mini-Stadtteil Burgholdinghausen.

Für Instandhaltung und Sanierung gibt es seit 2011 sogar – wenn auch bescheidene – öffentliche Zuschüsse. Wurde bis vorletztes Jahr allen Anträgen auf Denkmalförderung ausschließlich mit einem kleinen Betrag aus dem städtischen Topf in Höhe von 6500 Euro entsprochen, kann die städtische Denkmalbehörde jetzt doch großzügiger verfahren: Je 15000 Euro vom Land und aus eigenen Mitteln stehen pro Kalenderjahr wieder zur Verteilung zur Verfügung. Etwa zehn Eigentümer bemühen sich um die finanzielle Unterstützung, die stets nur einen Bruchteil der Gesamtkosten ausmacht.

 
 

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