Digitale Hilfe für Demenzkranke

Siegen..  Eine so genannte wissensbasierte Computer-Plattform soll Demenzkranken und ihren Pflegepersonen helfen, den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen. Hinter der technischen Neuerung verbirgt sich eine Entwicklung von Professor Madjid Fathi und seiner Mitarbeiter am Lehrstuhl für wissensbasierte Systeme und Wissensmanagement der Universität Siegen.

Betroffene zu Hause unterstützen

Bestandteil des Projekts „NeuroCare“ ist eine Datenbank zur strukturierten Wissensdarbietung und Vernetzung. Sie soll das Pflegen zu Hause einfacher machen und zugleich Kosten reduzieren. Die Plattform hilft nach Angaben der Entwickler bei der Erstdiagnose, der Datenerhebung, dem Screening, der Pflegedokumentation, der Fortschrittskontrolle und der Vernetzung. Zudem können von der Krankheit Betroffene ihre geistigen Fähigkeiten feststellen und trainieren, etwa ihr Verhalten im Straßenverkehr. Die Plattform wird über das Internet zugänglich sein. Sie kann aber auch offline auf einem Multifunktionsgerät genutzt werden, das von Neuro-Care-Partnern entwickelt wird.

Das Projekt ist mit 2,75 Millionen Euro veranschlagt. Es läuft bis 2016, drei weitere Universitäten, drei Unternehmen und das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg – als Koordinator – sind daran beteiligt.

Das Bundesbildungsministerium fördert das Vorhaben zu 58 Prozent – und zwar im Zuge des Schwerpunkts „Assistierte Pflege von morgen – ambulante technische Unterstützung und Vernetzung von Patienten, Angehörigen und Pflegekräften“.

„Ein so großes und wieder ein medizintechnisches Projekt – das ist schon etwas Besonderes für uns“, betont Madjid Fathi. Und verweist auf das neue Studienangebot der medizinischen Informatik an der Hochschule auf dem Haardter Berg.

Die praktische Umsetzung geschehe wieder, wie schon in anderen Projekten, in Kooperation mit dem Kreisklinikum Siegen.

 
 

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