Die Zukunft des Schulbuchs ist digital

Siegen.  Das klassische Schulbuch bekommt mit dem Tablet-PC Konkurrenz. Fachleute sprechen vom elektronischen Schulbuch. „Wir beschäftigen uns schon länger damit, Lehre über elektronische Lernmittel auszuprobieren. Der gedankliche Schritt bis zum Schulbuch war da nicht weit“, berichtet Professor Hans-Jürgen Schlösser vom Zentrum für ökonomische Bildung der Universität Siegen.

Der Ranzen der Zukunft

Nur: Die Voraussetzungen sind komplex. Schulbücher unterliegen der Genehmigungspflicht. Zudem sollen elektronische Schulbücher mehr als nur digitale Kopien bisheriger Printvarianten sein.

Weil dieses Feld sehr weit ist, luden die Siegener – darunter Professor Nils Goldschmidt und Dr. Michael Schuhen – zur Tagung ein. Experten aus dem deutschsprachigen Raum schauten zwei Tage lang in die Klassenräume und Ranzen der Zukunft. Fest steht: Lernen und Lehre werden vielseitiger. Dazu tragen neue Medien bei. Schulbücher könnten zum Auslaufmodell werden. An elektronischen Lehrbüchern wird unter Hochdruck gearbeitet. Auf breiter Ebene einsatzbereit sind sie indes noch nicht.

Schulbücher würden häufig auf bestehenden Print-Grundlagen erneuert, sagte Professor Nils Goldschmidt. Das elektronische Schulbuch biete die Möglichkeit, einen klaren Bruch herbeizuführen und tatsächlich neu anzufangen. Es sei jedoch weniger eine Revolution, vielmehr eine Evolution bestehender Schulbuchkonzepte, so der Wissenschaftler weiter. Dabei komme es auf die Verzahnung von Technologie und Fachdidaktik an.

Experten stellen Entwicklungen vor

Experten unterschiedlicher Fächer und Fachgebiete stellten ihren aktuellen Stand der Entwicklung elektronischer Schulbücher vor. Etwa ein interaktives Chemie-E-Book mit Animationen, Simulationen und Anleitungen für Experimente.

Zudem erläuterten sie Tablet-Technologien, die außerhalb des Klassenzimmers als personalisierte Lernumgebung zum Einsatz kommen können. Zum Beispiel mit GPS, Fotos, Zoom und Einblendung historischer Karten.

 
 

EURE FAVORITEN