Der neue Rektor kommt aus Köln

Foto: Eric Schumacher (Honorarpflicht)

Die Universität Siegen hat einen neuen Rektor: Prof. Dr. Holger Burckhart, bisher Prorektor an der Uni Köln, wird Nachfolger von Prof. Dr. Ralf Schnell. Am Mittwoch segnete der Senat den Vorschlag des Hochschulrates ab.

Im Sonderforschungsbereich (sfb) „Medienumbrüche” an der Uni herrschte dagegen pures Entsetzen: Wie berichtet, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die weitere Förderung gestoppt.

Nur eine Enthaltung und 24 Ja-Stimmen: So positionierte sich der Senat zum neuen Rektor. Anfang Juni werde der designierte Leiter der Hochschule sein Konzept nochmals detailliert vorstellen. Darauf habe er noch verzichtet, weil zu Beginn der Sitzung formal noch nicht feststand, ob der Senat das Votum nicht doch noch hätte kippen können. Offiziell tritt der neue Rektor sein Amt erst am 1. Oktober an.

Bei der Senatssitzung musste Noch-Rektor Prof. Ralf Schnell die schmerzliche Neuigkeit vermelden: Der renommierte Sonderforschungsbereich (sfb) „Medienumbrüche” wird nicht weiter gefördert. „Es war ein harter Schlag”, sagte Sfb–Sprecher Prof. Dr. Peter Gendolla der WR. Die Konkurrenz für den Siegener Sonderforschungsbereich sei einfach zu groß gewesen. Von 42 vorgestellten Projekten seien von der DFG 22 genehmigt worden. Er betonte, dass drei Siegener Forschungsvorhaben die Note „exzellent” bekamen. Drei weitere wurden mit „sehr gut bis exzellent” und vier mit „gut” bewertet. Gendolla: „Das entspricht im Durchschnitt der Schulnote 1.” Andere seien vom Bewertungsgremium, in dem sich sicher nicht alle brennend für Medienwissenschaften interessieren würden, eben besser beurteilt worden.

Die am sfb Beteiligten hätten ihre Wunden geleckt, nun müsse man vorwärts blicken, kündigte Prof. Gendolla an. Für die positiv bewerteten Projekte werde man einen Sammelantrag zur weiteren Förderung durch die DFG stellen. Einige Vorhaben könnten eventuell Mittel aus anderen Töpfen erhalten. Außerdem werde man „aus der Gruppe heraus” in zwei bis drei Jahren einen neuen Antrag auf einen Medien-Sonderforschungsbereich stellen.

Ein großes Problem: Mit den DFG–Mitteln wurden 50 bis 60 Stellen wissenschaftliche Mitarbeiter finanziert. Uni-Pressesprecher Ullrich Georgi: „Es können mehr Personen sein, weil es auch Halbtagsstellen gibt.”

 
 

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