Daub in Weidenau schließt nach fast 140 Jahren

Das Geschäftsumfeld für den Porzellan-Händler Daub ist schwieriger geworden. „Ab dem Jahr 2000 hat sich der Handel verändert“, sagt Jörg Muth.
Das Geschäftsumfeld für den Porzellan-Händler Daub ist schwieriger geworden. „Ab dem Jahr 2000 hat sich der Handel verändert“, sagt Jörg Muth.
Foto: Jens Plaum
Ein weiteres Traditionsgeschäft schließt – für immer. Daub, Fachhändler für Porzellan, öffnet am 30. Juni zum letzten Mal.

Weidenau..  Inhaber Jörg Muth und seine Frau Ute Gummersbach-Muth haben den Mietvertrag bereits im vergangenen Jahr gekündigt.

„Wir wollten selbst entscheiden, wann wir Schluss machen.“ Jörg Muth


Das Geschäftsumfeld für den Porzellan-Händler sei schwieriger geworden. „Ab dem Jahr 2000 hat sich der Handel verändert.“ Damals schloss Jörg Muth den 15-jährigen Mietvertrag ab. Den Vertrag, der am 30. Juni endet. Bereits 2008 habe er mit dem früheren und inzwischen gestorbenen Immobilienbesitzer und Daub-Kaufmann Josef Neuhaus verhandelt. Erfolglos.

In der Zwischenzeit wurde das Wirtschaften noch schwieriger. Teure Geschenke, hübsch gedeckte Tische, viele seien nicht mehr bereit, ihr Geld dafür auszugeben. „Aber das ist ein Kundenentscheid“, sagt Jörg Muth. Und will dafür niemandem den Schwarzen Peter zuschieben – auch dem Internet nicht, das letztendlich nichts anderes als ein weiterer Konkurrent sei. Es sei letztendlich ein Wettbewerb, den jeder anzunehmen habe.

Zugleich macht er einen Exkurs in die 1930er Jahre. In einer Fachzeitschrift geißelt ein Journalist den „Preiskampf“, um Mitbewerber auszuschalten. Letztendlich sei dieses Mittel selbstzerstörerisch.

„Die sind alle bis zum letzten Tag hier.“ Jörg Muth


Fünf Frauen und einen Mann beschäftigt das Paar im Weidenauer Einkaufszentrum. Die sechs bleiben bis zum letzten Tag, sagt der 58-Jährige. Im vergangenen Jahr wurde die Belegschaft informiert, um sich zwischenzeitlich nach neuen Perspektiven umzusehen. Die meisten sind geblieben. Viele von ihnen sind bereits seit Jahrzehnten im Laden beschäftigt: „Das Team hat uns den Rücken gestärkt.“

„Ich bin nicht mit einem Kulturauftrag angetreten, ich bin Kaufmann.“ Jörg Muth


Das klingt mehr oder weniger pragmatisch. Allerdings: Der Laden selbst mag so etwas wie lokalhistorisches Kulturgut sein. Friedrich Daub gründete den Betrieb 1875. Kurze Zeit später übergab er das Geschäft an seine Nichten Eva und Hilde Nöh, sagt Jörg Muth. Als vor rund vier Jahrzehnten das Weidenauer Einkaufszentrum gebaut wurde, ist Eigner Josef Neuhaus von der Haardter Brücke ins Zentrum gezogen.

„Ich bleibe im Handel.“ Jörg Muth


Was er in Zukunft treiben will, lässt er am Freitag zwar nicht offen. Aber Jörg Muth bleibt im Ungefähren. Klar ist, dass „er nicht mehr auf eigener Fläche“ arbeiten will. Ute Gummersbach-Muth indes will sich ab 1. Juli voll auf ihre Beratungsfirma konzentrieren.

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