CDU-Politikerin Zana Ramadani steht zu Nackt-Aktionen für Femen - Viel Kritik

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Die Wilnsdorfer CDU-Politikerin Zana Ramadani beteiligte sich an einer Protestaktion von FEMEN Deutschland in Hamburg gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen. Weil die Protestlerinnen oben ohne waren, sieht sie sich nun einer Welle von Kritik gegenüber – vieles davon weit unter der Gürtellinie.

Wilnsdorf.. „Haben die eigentlich alle nichts Besseres zu tun??“ CDU-Politikerin Zana Ramadani nahm es mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Ärger und Humor, dass sich die Meldungen um ihre Person überschlugen.

JU-Kreisverband findet Methoden geschmacklos

Nach vermehrten Berichten unter anderem auf einer rechtsextremen Internet-Plattform und diversen Beschwerden über die FEMEN-Aktivitäten der CDU-Politikerin aus Siegen-Wilnsdorf, kam mittags eine Stellungnahme des Kreisverbandes der Jungen Union (JU), die sich „ausdrücklich“ von den „fragwürdigen und teilweise auch geschmacklosen Methoden der Aktivistengruppe Femen distanziert.

Der JU-Verband betont, dass Ramadanis Aktionen nichts mit der JU zu tun haben. Was die 29-jährige Wildenerin auch nie behauptet hat. Sie hat FEMEN Deutschland im Juli mitbegründet und war bei einigen Aktionen der Gruppe dabei – alles in der heimischen Union lange bekannt.

„In ein paar Tagen sind Wahlen“, sieht Zana Ramadani als Begründung für den „Aufschrei“ der Parteifreunde. Sie hatte sich als Beisitzerin für den Kreisvorstand beworben und weiß, dass dies nicht allen in der heimischen CDU recht ist, dass zum Teil sogar heftig opponiert wird.

Ganz bewusst hat die junge Frau ihr „anderes Leben“ in der Partei nicht geheim gehalten, genauso, wie sie sich für die CDU als politische Heimat entschied. „Die CDU ist nicht perfekt, aber für mich war es die Partei, die immer noch am meisten meinen Vorstellungen entsprach“, sagt sie.

Mit nacktem Oberkörper auf der Straße protestiert

Mit der gleichen Überzeugung hat sie sich bei FEMEN engagiert, ist bei eisigen Temperaturen mit nacktem Oberkörper gegen käuflichen Sex, Zwangsprostitution und Menschenhandel auf die Straße gegangen. Dabei hat sie ihre Parteizugehörigkeit nicht auf der „Brust“ getragen, in ihren wenigen öffentlichen Äußerungen aber auch nicht verschwiegen.

Und während ihre „Seelenschwestern“, wie Zana Ramadani die Mitstreiterinnen aus ganz Deutschland nennt, überwiegend unter Pseudonymen agieren, hat die Siegerländerin nie ein Geheimnis über ihre Identität gemacht. „Ich stehe zu dem, was ich tue“, sagt sie und will sich nicht verbiegen lassen.

Ramadani ist Vize-Vorsitzende der Frauenunion

Für diese Einstellung hat sie auch vorher schon in den Parteigremien einiges an Kritik einstecken müssen. Trotzdem wurde sie zur JU-Vorsitzenden im Ort gewählt und ist stellvertretende Vorsitzende der Frauenunion geworden: „Wenn sich niemand kümmert, wenn niemand etwas verändert, dann passiert eben auch nichts.“

Trotz des Gegenwindes will sich das „schreckliche Mädchen aus Wilnsdorf“ nicht einfach so aus der CDU drängen lassen. „Ich gehe nicht von selbst. Wenn sie mich loswerden wollen, müssen sie schon ein Parteiausschlussverfahren starten“, betont sie. Nur die Bewerbung für den Kreisvorstand hat sie erst einmal zurückgezogen.

Auch positive Stimmen aus der Politik

Aber es gibt auch positive Stimmen. „Sie ist meine Stellvertreterin und hat mein Vertrauen“, sagt Maria Opterbeck, Kreisvorsitzende der Frauen-Union. Aus ihrem JU-Ortsverband hat sie Unterstützung bekommen. Und: „Zana hat meine volle Unterstützung“, lobt FDP-Politiker Guido Müller den Einsatz und das Engagement an sich: „Ich finde das auch in keiner Weise anstößig.“

 
 

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