Beratung rund um Kanalprüfungen

Siegen.  Das neue „Projekt Kanaldichtheit“ der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen will Hausbesitzern fundierte Hilfe rund ums Thema gewähren. Auch im Siegerland gibt es dafür bis Ende des Jahres 2016 ein spezielles Informations- und Beratungsangebot.

Private Grundstückseigentümer sind in Nordrhein-Westfalen verpflichtet, ihre häusliche Abwasserleitung und die dazugehörigen Einsteigeschächte und Inspektionsöffnungen auf undichte Stellen zu überprüfen und bei Schäden sanieren zu lassen. Dies soll dem Schutz von Böden und Grundwasser dienen. Dies gilt vor allem für Grundstücke, die in einem Wasserschutzgebiet liegen. „Denn Schmutzwasser aus defekten Kanälen belastet unnötig den Boden“, schreiben die Verbraucherschützer in einer Mitteilung. „Und Grundwasser, das ins defekte Kanalnetz läuft, bringt die Kläranlagen zusätzlich unnütz auf Touren.“

Hoher Aufklärungsbedarf

Bei starken Regenfällen steige zudem das Risiko eines Rückstaus im Keller. Feuchtigkeit und unter Umständen sogar Wertverlust einer Immobilie seien die Folge. Schäden, die durch eigene defekte Abwasserleitungen entstehen, müssen zudem in der Regel von den Grundstückseigentümern geschultert werden.

„Eine Kontrolle der Leitungen ist von daher sinnvoll, stellt aber dennoch für viele Eigentümer eine große Hürde dar“, heißt es weiter. Das Projekt Kanaldichtheit solle „Hausbesitzern den Einstieg in die komplexe Materie erleichtern und sie mit dem nötigen Rüstzeug für eine Kontrolle und eventuelle Sanierung wappnen“.

Der Bedarf an Beratung und Information bestehe eindeutig, wie die Experten betonen. Beispielsweise müsse eine Überprüfung der privaten Kanalanschlüsse etwa bei Häusern, die vor 1965 errichtet wurden und in einem Wasserschutzgebiet liegen, spätestens bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Kommunen könnten jedoch auch jetzt schon im Zuge eigener Arbeiten, etwa der Sanierung ihres Kanalnetzes, von Hauseigentümern verlangen, ihre Leitungen parallel prüfen und gegebenenfalls reparieren zu lassen.

„Wer jedoch mal eben an der Haustür eine scheinbar günstige Firma beauftragt, zahlt meistens drauf“, warnt die Verbraucherzentrale. „Häufig machen so genannte Kanalhaie gern Kasse, indem sie mehr Schäden beseitigen und berechnen als nötig.“ Die Dichtheit kontrollieren dürfen gemäß einer Landesverordnung ausschließlich Firmen, „die die gesetzten fachlichen, technischen und rechtlichen Anforderungen erfüllen“.

Mit Nachbarn zusammentun

Es könne sich darüber hinaus „vor einer Auftragsvergabe immens rechnen, wenn sich Nachbarn zusammentun und eine Firma gleich mehrere Anschlüsse im Rahmen eines Vorzugsangebots kontrolliert“, empfehlen die Fachleute. Viele Eigentümer können auch vom Förderprogramm „Ressourceneffiziente Abwasserbeseitigung NRW“ bei der Beseitigung einer schadhaften Kanaldichtheit profitieren. Hauseigentümern, die eine Prüfung auf die lange Bank schieben, droht nach verstrichener Frist ein Ordnungsgeld.

 
 

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