Bahndamm wird Bauland

Nur noch am Deuzer Bahnhof sind ein paar Erinnerungs-Schienen liegen gebliebenn
Nur noch am Deuzer Bahnhof sind ein paar Erinnerungs-Schienen liegen gebliebenn
Foto: WR

Netphen..  Nach und nach verwandeln sich die ehemaligen Kleinbahndämme in Gewerbeflächen. Über die Erweiterung der Gewerbegebiete Vorm Bernstein in Netphen und Waldstraße in Deuz hat der Stadtentwicklungsausschuss jetzt beraten. Die Verfahren sind nicht unkompliziert: In Deuz müssen Grundstücke getauscht und ein neuer Wald gepflanzt werden.

Immerhin schon drei Gutachterbüros waren in Deuz tätig: eins für die inzwischen für jede Planung verpflichtende artenschutzrechtliche Prüfung, eins schon vor drei Jahren für eine Kanalnetzberechnung und eins für eine Bodenuntersuchung – weil auf dem Gelände Formsande und Schlacken von Walzen Irle lagern, dürfen dort keine Wohngebäude errichtet und Gärten angelegt werden.

Aufforstung wird Fall für den Artenschutz

Die Kosten dafür hat die Stadt getragen. „Hier wird sehr viel für die Wirtschaftsförderung getan“, stellte Manfred Heinz (SPD) fest – mit Anspielung auf die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) geäußerte Kritik, Netphen habe es versäumt, für ausreichende Gewerbeflächen zu sorgen. Die Stadt habe im Siegtal „eine wunderschöne Tallandschaft ohne jede Diskussion zur Verfügung gestellt.“ Heinz regte an, die entstandenen Kosten deutlich im Etat der Wirtschaftsförderung auszuweisen. Helmut Buttler (UWG) erkundigte sich nach der Höhe des Betrages: „Das wäre einmal interessant zu wissen.“ Beantworten wollte die Verwaltung die Frage zumindest in öffentlicher Sitzung nicht.

Damit das Unternehmen aus der Metallbaubranche an Erweiterungsflächen gelangt, musste auch die Waldgenossenschaft mitspielen. Sie tauschte ihre Waldparzelle gegen ein Stück Grünland, das sie nun aufforsten wird. Auch für diesen „Eingriff“ in die Natur verlangt die Landschaftsbehörde des Kreises die Artenschutzprüfung, die die Stadt allerdings verweigern will. „Wir gucken einfach mal, wie die Landschaftsbehörde damit umgeht“, sagte Planungs-Bereichsleiterin Marlene Krippendorf.

Gegenstimmenvon den Grünen

Bau-Fachbereichsleiter Erwin Rahrbach argumentierte, die Wiese würde ohnehin verbuschen und sich am Ende in Wald verwandeln, wenn sie nicht bewirtschaftet würde: „Wir sind Herren des Verfahrens.“ Gegen die Änderung des Flächennutzungsplans stimmten schließlich die Grünen; bei der Abstimmung über den Bebauungsplan gab es zwei Stimmenthaltungen von UWG und Grünen.

 
 

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