Bahn soll schneller fahren können

Für alle Bahnstrecken in Siegen-Wittgenstein gibt es Investitionsbedarf.  Die Hauptstrecken sind auch für den Güterverkehr zunehmend von Bedeutung.
Für alle Bahnstrecken in Siegen-Wittgenstein gibt es Investitionsbedarf. Die Hauptstrecken sind auch für den Güterverkehr zunehmend von Bedeutung.
Foto: Funke Foto Services

Siegen-Wittgenstein..  Das Land Nordrhein-Westfalen bereitet den neuen Bedarfsplan für den öffentlichen Nahverkehr vor. Dem Regionalrat, der sich am Dienstag, 8. Dezember, in Arnsberg damit befasst, liegt eine Liste von 43 Projekten vor, darunter fünf, die den Kreis Siegen-Wittgenstein betreffen:


Siegen-Hagen/Gießen: die Ruhr-Sieg-Strecke. Sie soll leistungsfähiger und schneller werden. Der Wunsch ist alt, in den letzten Jahren aber wieder realistischer geworden, weil auch der Bund Interesse daran hat. Nicht wegen des Personen-, sondern wegen des Güterverkehrs: Die Verbindung Frankfurt-Gießen-Hagen wäre eine Entlastung für das Mittelrheintal. Von der Aufweitung der Tunnel würde auch das in Kreuztal neu entstehende Kreisbahn-Terminal profitieren.


Siegen-Bad Berleburg: Immer noch nicht begonnen wurde mit dem Abbau von Bahnübergängen, die die Rothaarbahn auf langen Abschnitten zu 20 km/h Schneckentempo zwingen. Im Bahnhof Hilchenbach soll es technisch ermöglicht werden, dass die dort kreuzenden Züge gleichzeitig einfahren. Bisher gibt es dort mehrere Minuten Wartezeit.


Siegen-Köln: die Siegstrecke. Auch sie ist als Güterzug-Alternativroute für den Bund interessant. Dem Land geht es vor allem um die Beschleunigung des Nahverkehrs, der seit dem Zweiten Weltkrieg durch eingleisige Abschnitte zwischen Rosbach und Schladern sowie zwischen Hennef und Blankenberg gebremst wird. Für Personen- und Güterverkehr von Belang: die Erweiterung des Giersberg-Tunnels von Siegen nach Siegen-Ost um ein zweites Gleis. Das gibt es derzeit nur in der anderen Tunnelröhre für die Verbindung Weidenau-- Siegen-Ost.


Betzdorf-Dillenburg: die Hellertalbahn. Damit die Bahnen schneller fahren können, müssen Weichen gebaut und Stellwerke errichtet werden. Acht Millionen Euro werden dort investiert. Der Zweckverband Personennahverkehr (ZWS) ist auf die Beschleunigung angewiesen, damit der neue Taktfahrplan funktioniert, der eigentlich im Dezember 2015 in Kraft treten soll. Zwischen Burbach und Betzdorf soll dann ein Stundentakt gelten, zwischen Burbach und Dillenburg ein Zwei-Stunden-Takt mit Anschluss nach Frankfurt.


Siegen-Landesgrenze: Gemeint ist der Streckenabschnitt zwischen dem Hauptbahnhof und Dillbrecht, Ziel ist vor allem die „Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Knotens Siegen“. Dort sind die Möglichkeiten, auf welchem Gleis welcher Zug ein- und ausfahren kann, technisch eng begrenzt, was immer wieder zu Verspätungen führt — oder zu verpassten Anschlüssen, weil Reisende aus Köln den 200-Meter-Sprint zur Hessenbahn nach Gießen nicht schaffen. Die wiederum kann nicht warten, wenn nicht der Gegenzug aufgehalten werden soll, der ebenfalls durch den eingleisigen GiersbergTunnel fahren muss. Eine Rolle spielen dürfte auch das Vorhaben der DB, ab 2019 einen Intercity nach Siegen zu schicken. Kaum im Interesse der Stadt wird es sein, dass der Fernzug, wie früher schon die Interregios, über Weidenau einen Bogen um die Innenstadt schlägt.


Bahnstationen: Barrierefrei ausgebaut werden sollen Burbach, Eiserfeld und Weidenau. Neu eingerichtet werden sollen Haltepunkte in Niederdielfen und Buschhütten. Auch Kaan-Marienborn und Kreuztal-Mitte stehen noch auf der Vorschlagsliste — für beide werden aber noch Standorte gesucht. In Kreuztal ist der ehemalige Haltepunkt Kreuztal-Ost neu ins Blickfeld gerückt.

Auch zwei Vorhaben für den Nahverkehr auf der Straße stehen auf der Vorschlagsliste: der Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Geisweid und die Errichtung eines ZOB am Burbacher Bahnhof, wo der Umstieg vom Bus in die Bahn und umgekehrt erleichtert wird.

 
 

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