Auch in der frei gestalteten Lernzeit gehen Schüler nicht verloren

Planer: Ohne den „FJM-Planer“ fürs ganze Schuljahr, ein 134 Seiten dickes Spiralbuch, geht gar nichts. Er ist Stundenplan, Aufgabenheft und Terminkalender zugleich, Schulordnung und Antworten auf alle wichtigen Fragen zum Schulalltag sind abgedruckt. Es gibt Raum für Vermerke über fehlende Hausaufgaben (40), Mitteilungen an die Eltern (12), Entschuldigungen (30).

Siegener Netzwerk Schulentwicklung: Eine 2015 gegründete Arbeitsstelle an der Siegener Uni, die Partnerschulen zu festgelegten Themen vernetzt und berät.

Selbstverantwortung: Die Lehrer machen spannende Beobachtungen. Gruppen, die sich für feste Wochentage zur Lernzeit verabreden. Sechstklässler, die Achtklässlern in Mathe helfen. Schüler, die unbedingt beim Physiklehrer Englisch machen wollen – oder die gar keinen Lehrer zum Lernen brauchen.

Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium: Eine der weiteren Partnerschulen in SiNet. Außerdem gehören dazu die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule, die Geschwister-Scholl-Schule (Realschule) und die Glück-Auf-Schule (Grundschule).

Smileys: Die Klassenlehrer registrieren anhand der Stempel im Planer schnell, wo es Probleme gibt. „Darum können wir uns jetzt individuell kümmern“, sagt Dr. Dirk Köster. Dass in der frei gestalteten Lernzeit Schüler den Faden verlieren, mag ein Risiko sein, räumt der Studiendirektor ein. Aber das bestehe im Klassenunterrricht seit eh und je: „Wenn ich ein Thema nicht verstehe, sitze ich es aus.“

Kein Plan: „Das ist ein Thema – darüber haben die Eltern viel gesprochen“, sagt Dr. Jörg Siewert von SiNet. Mangels Planer bekommen die Schüler am Ende der Stunde einen roten Zettel in die Hand gedrückt, der keine rote Karte sein soll: die „Rückmeldung zum Arbeits- und Sozialverhalten“ für den Klassenlehrer.

Hochbegabte: Die Schülerschaft am FJM hat ein breites Spektrum an unterschiedlichen Begabungen. Am anderen Ende gibt es auch die mit Defiziten in der deutschen Sprache. „Das hat nichts mit Flüchtlingen zu tun“, betont Schulleiter Rüdiger Käuser. 30 Prozent beträgt der Anteil der Migranten – nicht alle sind schlechter in Deutsch als die Einheimischen.

 
 

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