Artenschutz bei der Gartenpflege

Siegerland..  Wer im Frühjahr den Garten bepflanzen möchte, sollte die Regeln des Artenschutzes im Blick haben. „Besonders sollten Gartenbesitzer darauf verzichten, geschützte Arten aus der freien Natur zu entnehmen und in den eigenen Garten zu setzen“, teilt die Untere Landschaftsbehörde mit. „Unter keinen Umständen dürfen beispielsweise Eisenhut, Akelei, Arnika, Nelken, Enziane, Schwertlilien, Lilien, Fieberklee, Läusekraut, Steinbrecharten, Trollblumen und alle Orchideenarten von ihrem bisherigen Standort entfernt werden.“ Beliebter Frühlingsblüher in den heimischen Gärten sei auch der Märzenbecher (Frühlingsknotenblume), der an einigen Stellen im Kreisgebiet noch in freier Natur vorkommt.

Wichtig für etliche Tierarten

Die Mitnahme aller genannten Pflanzen aus der freien Natur stellt eine Ordnungswidrigkeit, „in bestimmten Fällen sogar einen Straftatbestand dar“, heißt es weiter. Abgesehen vom Schaden, den das Ausgraben durch die Zerstörung angrenzender Pflanzenarten mit sich bringe, verarme die Pflanzenwelt durch die Entnahme. „Da durchschnittlich sieben Tierarten von einer Pflanzenart abhängen, zum Beispiel über Futteraufnahme, Eiablage, Versteckmöglichkeiten und Überwinterung, ist der wirkliche Artenverlust, der durch die Entnahme entsteht, beträchtlich“, erläutert die Behörde. Außerdem finden viele Arten in Gärten oft keine optimalen Standortbedingungen was etwa Nährstoffgehalt des Bodens, Bodenfeuchtigkeit oder Sonneneinstrahlung angeht – und gehen rasch ein.

Die natürliche Artenvielfalt sei „immer auch ein Indikator für eine intakte Natur- und Kulturlandschaft“. Die Untere Landschaftsbehörde appelliert „an die Natur- und Pflanzenfreunde, die ersten wild wachsenden Frühlingsblumen dort zu genießen, wo sie natürlicherweise vorkommen und für die natürliche Lebensgemeinschaft unverzichtbar sind“. Bürger können diese Pflanzen bei Exkursionen der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein kennen lernen.

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