Arbeitsvermittler soll Arge-Kundinnen seinen Penis gezeigt haben

Vor dem Landgericht muss sich ein 48-Jähriger verantworten, der sich vor zwei Frauen entblößt haben soll.
Vor dem Landgericht muss sich ein 48-Jähriger verantworten, der sich vor zwei Frauen entblößt haben soll.
Foto: Symbolbild Archiv/dpa
Vor dem Landgericht muss sich ein 48-jähriger Siegener verantworten. Der Vorwurf: Er soll 2009 und 2010 als Angestellter der Arbeitsagentur zwei Arge-Kundinnen belästigt haben. Er soll ihnen seinen erigierten Penis gezeigt haben – samt Piercing. Eine habe er sogar im Raum eingeschlossen.

Siegen. Skurriler Fall vor dem Landgericht: Die Staatsanwaltschaft wirft einem 48-Jährigen vor, mehr von sich gezeigt zu haben als gemeinhin üblich ist und akzeptiert wird. Laut Anklageschrift soll er im Frühjahr 2009 – damals als Angestellter der Arbeitsagentur – damit begonnen haben, sich in seinen Augen überflüssiger Kleidung zu entledigen. Demnach wollte in Fall eins eine Zeugin eigentlich über die berufliche Zukunft ihres Sohnes mit dem Angeklagten sprechen.

Das jedoch schien nach den Angaben der Ermittler für den Angestellten weniger wichtig zu sein. Vielmehr soll er sich der Frau mit herunter gelassener Hose und erigiertem Penis gezeigt haben. „Die Zeugin erschreckte sich sehr“, schilderte Staatsanwalt Markus Rau die Ereignisse, als er am Donnerstag die Vorwürfe verlas. Erst als der Reißverschluss wieder oben war, durfte sie das Arge-Büro im Hilchenbacher Rathaus wieder verlassen.

Selbstbefriedigung vor Arge-Kundin

Zwischen Ende 2009 und Februar 2010 soll es für eine weitere Frau zu einer Begegnung der unerfreulichen Art im Büro des 48-Jährigen gekommen sein. Der mutmaßliche Exhibitionist soll sich und die Frau, die im Verfahren als Nebenklägerin auftritt, in seinem Büro eingeschlossen haben. Und wieder öffnete er laut Anklageschrift die Hose, und wieder zeigte er der Frau sein Genital – inklusive Piercing. Diesmal befriedigte er sich selbst, so der Staatsanwalt. Sein Opfer habe er erst gehen lassen, nachdem er fertig war. „Die Zeugin erlitt einen Schock“, sagte Markus Rau, „die Tat war erniedrigend“.

Zu Tat und eigener Person wollte der Angeklagte am Donnerstag nichts sagen, ließ er über seinen Anwalt erklären. Im bisherigen Ermittlungsverfahren hat er auch geschwiegen. Die mutmaßlichen Opfer treten in rund zweieinhalb Wochen in den Zeugenstand, am Montag, 4. November, 9 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt.

 
 

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