Am Siegberg soll es aufwärts gehen

Der Siegberg ist einerseits dicht bebaut, hat andererseits aber auch einige Grünflächen zu bieten. Im Zuge des Projekts „Rund um den Siegberg“ sollen diese zu attraktiven Orten mit viel Aufenthaltsqualität entwickelt werden.
Der Siegberg ist einerseits dicht bebaut, hat andererseits aber auch einige Grünflächen zu bieten. Im Zuge des Projekts „Rund um den Siegberg“ sollen diese zu attraktiven Orten mit viel Aufenthaltsqualität entwickelt werden.
Foto: www.blossey.eu
Mehr als 23 Millionen Euro wird das Projekt „Rund um den Siegberg“ kosten. Der Maßnahmenkatalog zeigt, wo das Geld hinfließt - und warum.

Siegen..  Auf „unten Hui, oben Pfui“ will die Stadt Siegen es nicht ankommen lassen. Mit „Rund um den Siegberg“ steht nach „Siegen – Zu neuen Ufern“ das nächste auf Jahre angelegte Großprojekt an. Neu ist das nicht: Die Pläne für das auf Kosten von mehr als 23 Millionen Euro geschätzte Programm sind lange bekannt (wir berichteten). Aber jetzt liegt ein Maßnahmenkatalog vor, der ab Dienstag, 16. Februar, die politischen Gremien beschäftigen wird.

Anknüpfungspunkt

„Das Besondere ist, dass wir da weitermachen können, wo ,Siegen – Zu neuen Ufern’ aufhört“, erläutert Bürgermeister Steffen Mues. Mit der Neugestaltung des oberen Teils der Kölner Straße wäre mit den Veränderungen kurz vor dem Marktplatz Schluss gewesen. „Für uns war aber logisch, dass wir da anknüpfen wollen. Und das sieht der Fördermittelgeber zum Glück genauso.“ 70 Prozent Förderung – also rund 16,2 Millionen Euro – hat das Land NRW für das bis 2022 laufende Programm in Aussicht gestellt. Laut Bezirksregierung Arnsberg sind die 23,1 Millionen Euro Gesamtvolumen allerdings als „finanzielle Obergrenze“ gesetzt.

Argumentation

Der Grund für all den Aufwand, auf eine einfache Formel heruntergebrochen: Die Oberstadt und ihre angrenzenden Bereiche sollen schöner werden und mehr Aufenthalts- und Lebensqualität entfalten. Die enormen Kosten entstehen auch, „weil wir Dinge, die über Jahrzehnte nicht im Fokus lagen, wieder in den Mittelpunkt rücken“, sagt Stadtbaurat Michael Stojan. Die Fördermittel fließen über den Zugang des „städtebaulichen Denkmalschutzes“. Aus diesem Topf gibt es Geld, um historische Kernquartiere zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Rund die Hälfte der Gesamtausgaben des Siegberg-Projekt wird allein für die Sanierung der Stadtmauer eingesetzt.

Stadtmauer

Deren maroden Zustand bescheinigten externe Gutachter bereits im Jahr 2011. Zunächst wurde der Mauerabschnitt an Kölner Straße und der Martini-Kirche saniert. Dabei handelte es sich allerdings um eine vorgezogene Maßnahme, um die neu hergerichtete Fußgängerzone nicht nach zwei Jahren wieder in eine Großbaustelle verwandeln zu müssen. Die restlichen rund 1,5 Kilometer der Mauer folgen nun in vier Bauabschnitte in den kommenden sechs Jahren. Der Großteil davon liegt im Bereich des Oberen Schlosses. Aber das Siegbergprojekt umfasst auch Gebäude. Voraussetzungen: Sie werden unter energetischen und die Barrierefreiheit betreffenden Aspekten saniert; und sie sind für die Menschen im Quartier und darüber hinaus Anziehungspunkte: Das Aktive Museum Südwestfalen, Haus Seel, Rathaus, Oberes Schloss, Löhrtorgymnasium und Musikschule.

Schlosspark

„Wir brauchen jede Grünfläche“, betont Melanie Ihlenfeld, Leiterin der Grünflächenabteilung, mit Verweis auf die dichte Bebauung der Innenstadt. Zuvorderst sei da die Erweiterung des Schlossparks. Der Abriss der Jugendherberge und die Herrichtung des umgebenden Areals sind laut Katalog für 2016 angesetzt. Der Park gewinnt so 10 000 Quadratmeter Fläche hinzu, der vorhandene Spielplatz soll verbessert werden. Die heutigen Bereiche des Schlossparks werden saniert. Außerdem ist die Erneuerung des Musikpavillons vorgesehen.

Grünanlagen

Auch die Attraktivierung der Fissmeranlage an der Nikolaikirche und vor allem des Weiß-Flick’schen Grundstücks an der Oranienstraße – also am Fuße des Bergs – stehen auf der Liste. Besonderes Potenzial verspricht das Teilprojekt „Siegberggärten“: Für 2019/20 ist deren Erschließung für die Öffentlichkeit in Aussicht gestellt. Der Abschnitt zwischen Siegbergstraße und Friedrichstraße soll zu einer Zone mit Wanderweg und hoher Aufenthaltsqualität ausgebaut werden. Die Fläche ist bisher zwar vorhanden, liegt aber weitgehend brach.

Wege

Vernetzung und Erreichbarkeit sind wichtige Aspekte. „Wir wollen die Wegeverbindungen aufwerten“, sagt Ihlenfeld. Die Himmelsleiter etwa – jener Steilpfad, der von der Arbeitsagentur zum Marburger Tor führt – wird nutzerfreundlicher hergerichtet. Es geht aber auch um die Frage, wie der Straßenverkehr am Siegberg künftig fließt. „Natürlich muss man zum Schloss hochfahren können“, unterstreicht Ihlenfeld. Aber grundsätzlich sei die Verwaltung für alle Vorschläge offen.

Formales

Noch in diesem Jahr will die Stadt EU-weit einen zweiphasigen Wettbewerb ausschreiben, um ein Planungsbüro ins Boot zu holen. Bevor in der zweiten Phase eine Entscheidung fällt, sollen die Entwürfe aus der ersten Phase öffentlich präsentiert werden. Ein politisch besetzter Arbeitskreis soll das gesamte Siegbergprojekt begleiten. Zudem muss die Siegener Politik über die einzelnen Teilschritte jeweils entscheiden.

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