Alle Optionen wieder offen

Der Herrengarten in Siegen. Park oder Einkaufszentrum - oder beides?.
Der Herrengarten in Siegen. Park oder Einkaufszentrum - oder beides?.
Foto: WP

Siegen..  Der Komplett-Verkauf des Herrengartens an die „Bahnhofs-Arkaden GmbH“ ist alles andere als eine ausgemachte Sache. Das Eigentümergesellschaft, die von der Sparkasse Siegen und den Baufirmen Runkel und Quast gebildet wird, hat nun ihrerseits ihren gerade erst erworbenen Anteil an der Immobilie der Stadt zum Kauf angeboten. Auf dem Tisch des Stadtentwicklungsausschusses lag noch eine Vorlage der Verwaltung mit der Tendenz, der „Arkaden-GmbH“ auch den kleineren, 2013 von der Stadt erworbenen Teil des Einkaufszentrums zu überlassen.

Politik verlangt Informationen

Einstimmig hat der Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag beschlossen, sich von der Verwaltung Alternativen aufzeigen zu lassen: Wissen möchte die Politik, was es die Stadt kosten würde, wenn sie das ganze Areal übernimmt, die Gebäude abreißen und einen Park darauf anlegen lässt — so, wie es der Rat 2014 in seinem Programm „Grün kommt an“ als Ziel formuliert hatte. Alternativ soll die Verwaltung herausfinden, ob Stadt und „Arkaden“ ein Gemeinschaftsprojekt mit Teil-Abriss und Teil-Begrünung stemmen können, „ohne dass wir den Investor vor den Kopf stoßen oder furchtbar viel Geld in die Hand nehmen“, wie es Sonja Döring (CDU) formulierte.

„Wir werden hier keiner Sache zustimmen, über die wir nicht bis ins Letzte informiert sind“, sagte Ingo Janson (CDU), der den von den drei Jamaika-Fraktionen gemeinsam gestellten Antrag begründete. „Taktisch geschickt“ nannte Tanja Wagener (SPD) die Offerte des Arkaden-Konsortiums, das den Ball in der Herrengarten-Debatte sozusagen an die Stadt zurückspielt. Silke Schneider (Linke) fragte, ob die Investoren einen „Gewinn auf Kosten der Stadt“ anstrebten. UWG-Sprecher Egon Sündermann („Ich weiß zwar nicht, wo da Arkaden sind...“) vermisste eine Stellungnahme des Kämmerers. Von einem insgesamt „sehr unerfreulichen Vorgang“ sprach Joachim Boller (Grüne). Der Arkaden-GmbH warf Boller vor, „dass sie sich jeder Diskussion entzieht“. Möglicherweise werde es für die Wiederherstellung eines grünen Herrengartens doch eine Landesförderung geben — schließlich werde auch die Erweiterung des Schlossparks bezuschusst. Dort oben wird die Jugendherberge abgerissen, unten träfe der Bagger das Einkaufszentrum.

Stadt am längeren Hebel

Hermann-Josef Droege (IHK) mahnte, dass die politische Entscheidung über den Herrengarten nun anstehe, ob die Stadt dort allein oder „in konstruktiver Kooperation“ mit dem anderen Eigentümer aktiv werden wolle. Dabei könne, dank Planungshoheit, gegen den Willen des Rates nichts geschehen. „Die Stadt sitzt am längeren Hebel.“

 

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