20 Meter hohes Regallager auf der Braas ist nicht erwünscht

Die Braas
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Netphen..  Bei der Konzeption des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet An der Braas hat die Stadtverwaltung offenkundig nicht nur an einen Ersatzstandort für den Zustellstützpunkt der Post gedacht, der bisher noch im Einkaufszentrum angesiedelt ist. Mit der vorgeschlagenen Zulassung eines bis zu 20 Meter hohen Gebäudes würde die Errichtung eines Hochregallagers möglich, antwortete Planungs-Bereichsleiterin Marlene Krippendorf auf Nachfragen im Stadtentwicklungsausschuss.

Das sei „nicht glücklich, das jetzt erst zu sagen“, fand Rüdiger Bradtka (CDU). Eine „Salamitaktik“ warf Manfred Heinz (SPD) der Verwaltung vor. Einen Bau dieser Größenordnung könne er sich „aus städtebaulichen Gründen überhaupt nicht vorstellen“. Bau-Fachbereichsleiter Erwin Rahrbach rechtfertigte die Zurückhaltung der Verwaltung: Die Überlegungen seien „vage“, „selbst das erste Gespräch mit dem Interessenten hat noch nicht stattgefunden“. Rahrbach nannte die diskutierten Dimensionen des Gebäude aber „durchaus noch verträglich“. Da die Flächen überwiegend in städtischem Besitz seien, „sind wir Herr des Verfahrens.“

Ehemaliger Festplatz

Die Braas war früher Festplatz. Heute befinden sich dort kleine Gewerbebetriebe, die in den ehemaligen städtischen Bauhof eingezogen sind, außerdem zwei Übergangsheime für Asylsuchende. Ins Blickfeld gerückt ist die Fläche nach dem Bau der Umgehungsstraße: Auf dem ehemaligen Kleinbahndamm befinden sich die Fahrbahnen, die Sieg wurde zur Bahnhofstraße hin verlegt. Entsprechend größer wurde das bebaubare Areal Richtung Bernstein. Eine Nutzung für den Einzelhandel hatte der Rat ausgeschlossen, um nicht außerhalb des Stadtzentrums Konkurrenz für die Geschäfte an Neumarkt und Lahnstraße zu schaffen.

Alternative für Post-Stützpunkt

Nachdem die Stadt die Post gekauft hat, um dort einen neuen Discountmarkt zu ermöglichen, könnte der Zustellstützpunkt auf die Braas umsiedeln. „Das will ich auf keinen Fall verhindern“, betonte Paul Legge (CDU). Der Post würden allerdings zwei bis drei Etagen genügen — auf 20 Metern wären bis zu sieben Geschosse unterzubringen. Einstimmig sprach sich der Ausschuss für eine Höhenbegrenzung auf zwölf Meter aus — damit würde das oberste Parkdeck des Rewe-Marktes im Einkaufszentrum noch drei Meter höher sein. Rüdiger Bradtka (CDU) passte die ganze Richtung nicht, die in den letzten Jahren eingeschlagen wurde: Siegen feiere seine neuen Ufer, „und wir haben die Sieg schön eingezäunt.“

 
 

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