Zwischen den Türmen des Viktor-Doms

Christoph Girschik
Arno Ingenlath von der Alpener Firma GeSa mit seinem Kamera-Hubschrauber.  Foto: Markus Joosten
Arno Ingenlath von der Alpener Firma GeSa mit seinem Kamera-Hubschrauber. Foto: Markus Joosten
Foto: WAZ FotoPool
Warum der WDR die Xantener Kathedrale aus der Luft filmt. Der Kamera-Heli, der dazu im Einsatz ist, kommt aus Alpen.

Xanten/Alpen. Der einzige Pilot, der zwischen den Türmen des Xantener Doms hindurch fliegen darf, ist Arno Ingenlath. Von oben hat der Alpener einen grandiosen Blick auf der spätromanische Bauwerk. Dass der Helikopter, den der Pilot steuert, nur 4,2 Kilo wiegt und die Spannweite einer Silbermöwe hat, ist dabei von Vorteil: „Unter meinem ferngesteuerten Hubschrauber hängt eine Filmkamera. Der Heli ist so klein und wendig, dass ich damit jedes Detail des Doms aufnehmen kann. Von außen und von innen.“

Arno Ingenlath filmt den Viktor-Dom im Auftrag des WDR. Der Sender arbeitet zur Zeit an einer modernen Dokumentarserie über die Kathedralen im Lande, die im 3-D-Verfahren realisiert wird. Dabei geht Serie weit über übliche Architektur-Beiträge hinaus.

In Xanten entsteht ein Film über den Viktor-Dom, der eigenständig neben der WDR-Reihe „Giganten der Gotik“ im kommenden Jahr gesendet werden soll. Der Beitrag erzählt die Geschichte des Bauwerkes auch mit Spielszenen.

Die Dreharbeiten

Es geht um den Viktor-Dom als Kathedrale für die Märtyrer. Der Erzählfaden beginnt beim Heiligen Viktor und seinen Kameraden aus der thebäischen Legion und endet bei den Opfern des NS-Regimes, deren Asche aus den Konzentrationslagern in der Krypta des Doms beigesetzt ist.

Die Dreharbeiten sollen in dieser Woche abgeschlossen werden. In diesen Tagen prüft Regisseur Martin Papirowski das bisher gedrehte Filmmaterial. Wenn danach weitere Ansichten des Doms gewünscht werden, muss Arno Ingenlath seinen Helikopter noch mal starten. Vom Boden aus steuert er dabei den elektrisch betriebenen Hubschrauber über eine Fernsteuerung. Das Bild der Kamera wird dabei über Funk auf einen Monitor übertragen.

„Den Heli kontrolliere ich aber hauptsächlich mit den Augen vom Boden aus“, erklärt Arno Ingenlath. Dabei muss er aufpassen, dass er das Fluggerät, das über sechs Rotoren in die Luft gehoben wird, nicht zu weit aus dem Blick verliert.

Der Produzent des WDR-Films über den Dom von Xanten ist von seinem Heli-Kameramann aus Alpen begeistert. Hans Hermann Stein ist der Produzent der WDR-Filmreihe über die großen Kathedralen im Land.

Mit seinem Einsatz als Heli-Kameramann für den WDR hat der 59-jährige Arno Ingenlath Neuland betreten. Denn eigentlich arbeitet Ingenlath für die Alpener Firma GeSa (Gesellschaft für Schaden- und Sicherheitsanalysen mbH), die die Begutachtung für alle Arten von Schäden im gesamten Bundesgebiet durchführt.

Ingenlath: „Damit man im Schadenfall schnell den richtigen Überblick bekommt, haben wir neuerdings für die Aufnahme von Großschäden den „Hexakopter” im Einsatz.“