Zwillinge aus Xanten sterben nach Infektion mit Krankenhauskeim

Das Marien-Hospital Wesel. Foto: Peggy Mendel / WAZ Fotopool
Das Marien-Hospital Wesel. Foto: Peggy Mendel / WAZ Fotopool
Foto: Mendel

Xanten/Wesel.. Gut eineinhalb Jahre ist es jetzt her, dass die Zwillinge Arion und Dorian aus Xanten kurz nach der Geburt gestorben sind. Schuld an dem Tod der Babys soll das Krankenhaus sein, in dem sich die Mutter Silvia I. mit einem MRSA-Keim angesteckt habe.

Die ganze Zeit haben die Eltern Silvia und Dr. Georgios I. still getrauert, bis sie sich entschlossen, mit ihrem Vorwurf an die Öffentlichkeit zu gehen: Schuld an dem Tod der Babys sei das Marien-Hospital, in dem sich die zuvor gesunde Mutter Silvia mit dem gefährlichen MRSA-Keim (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus) angesteckt habe.

Die Sache ist brisant, weil die Eltern, die mit einem dreijährigen Sohn heute in Xanten leben, vom Fach sind. Dr. Georgios I. arbeitet als Facharzt für Innere Medizin am Wilhelm-Anton-Hospital in Goch. Silvia I. ist gelernte Krankenschwester im Fachbereich Gynäkologie.

Eigentlich ist es in Deutschland unüblich, dass Ärzte in der Öffentlichkeit andere Ärzte belasten. Die Eltern der toten Zwillinge belegen ihren Vorwurf jedoch mit einer Untersuchung, die vor der Geburt der Zwillinge an Mutter Silvia vorgenommen wurde. Durch einen Abstrich sei eindeutig bewiesen, dass die Mutter den Keim nicht ins Krankenhaus eingeschleppt habe.

Öffentliche Vorwürfe

Das Marien-Hospital in Wesel zeigte sich durch die öffentlichen Vorwürfe betroffen. Sprecher Gerd Heiming: „Das Marien-Hospital Wesel bedauert zutiefst den Tod der früh geborenen Zwillinge.“ Die Verantwortlichen – Geschäftsführung, Ärztlicher Direktor, Chefarzt der Frauenklinik – hätten seit dem Vorfall im Februar 2010 umfangreiche interne Untersuchungen zur Klärung der Infektionsquelle angestellt. Heiming: „Dabei konnte kein ursächlicher Zusammenhang der MRSA-Infektion von Frau I. mit der Behandlung im Marien-Hospital festgestellt werden. Sämtliche Proben, unter anderem aus dem Operationssaal und von der Station, waren negativ.“ Somit sei ungeklärt, wann, wie und wo die Infektion entstanden sei. Das Marien-Hospital weist darauf hin, dass Silvia I. wegen Komplikationen in der Schwangerschaft sehr früh entband.

Das Marien-Hospital in Kontakt mit dem Anwalt der Eltern. Es gibt einen umfangreichen Schriftwechsel. Klage gegen das Marien-Hospital wegen des Todes der beiden Kinder haben die Eltern allerdings bislang nicht eingereicht. Gerd Heiming: „Das Marien-Hospital ist jederzeit bereit, mit externen Stellen zu kooperieren, um den Sachverhalt aufzuklären. Grundsätzlich nimmt das Marien-Hospital die Gefahr durch MRSA-Keime sehr ernst.“

 

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