Woher weiß das Eis, wo es ist?

Kai Magnus Sting gastierte im Adler.
Kai Magnus Sting gastierte im Adler.
Foto: Hübinger
Comedian Kai Magnus Sting trat gleich zweimal im Schwarzen Adler auf

Rheinberg..  Rasantes Kabarett als wirres Wortspektakel. Kreuz und quer flogen abgedroschene und neuerfundene Redewendungen aus dem Mund von Kai Magnus Sting. Es wurden Zusammenhänge geknüpft, wo es eigentlich nichts zu knüpfen gab. Und schon die Begrüßungswitze über die kleinen Rheinberger Ortschaften wie Orsoy oder Vierbaum entwickelten sich schnell zu bester Unterhaltung. „Wo man nichts besseres machen kann, außer Kühe umzuschubsen.“ Beeindruckend, wie der Mann im Schwarzen Adler scheinbar simple Themen aufbauschte und damit das Publikum in seinen Bann zog. Mit der Fähigkeit zu improvisieren, ohne den Programmfaden zu verlieren, zeigte Kai Magnus Sting echtes Talent. „Komplett anders als gestern“, stellte Luise Theile fest, die den Kabarettisten bereits am Vorabend genossen hatte.

Es war, als wäre er für die kleine Bühne im Adler geschaffen. Er war laut, er war aufbrausend und er suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum. Mit einer ganz eigenen Sicht auf die Welt, warf er vorhandene Theorien einfach über Bord. Physikalische Gesetze oder geltende wissenschaftliche Erkenntnisse schienen ihn nicht zu interessieren. Vielmehr vermutete er hinter allem eine Intelligenz oder eine Ver-schwörung. „Wenn du Eis aus der Tiefkühltruhe nimmst, dann schmilzt es, da frage ich mich: Wo-her weiß das Eis, wo es ist?“ Doch nicht nur das Eis weiß immer genau Bescheid, auch der Blase kann man nichts vor machen. „Woher weiß meine Blase, dass ich im Stau ste-he?“

Seine aktuelle Show trägt den Titel „Immer ist was, weil sonst wär ja nix!“. Und dieser Satz war Pro-gramm, denn „es ist so, wie es ist und immer ist was und meistens ständig.“ Dabei würde sich der Kabarettist ja mal darüber freuen, wenn nichts wäre, aber leider ist doch immer etwas und meistens sind gerade das die Tücken des Alltags. „Wenn dann da wildfremde Männer neben mir stehen, bei denen der Wildbach rauscht, dann kann ich nicht, da kann ich noch so müssen“, berichtete Sting von einem Drama auf der Autobahntoilette. Eine Situation, die er vor allem seiner intelligenten Blase zu verdanken hatte. Auf eine Fahrradfahrt, bei der man am Ende doch wieder zuhause ankommt oder Zierkürbisse in seinem Lieblingssessel, kann er getrost verzichten. Doch den „Baumstamm, mit Perlen und Schnur für 30 Euro“ musste er trotzdem kaufen. „In solchen Momenten können Frauen so laut gucken.“ Tja, das Leben ist hart und in einer Welt wo niemand mehr klare Aussagen trifft, schon gar nicht übers Wetter, da gibt es nur einen Menschen, der immer Recht hat und immer den Durchblick bewahrt: „Die Omma“. Die Aussage: „Wenn die Füße erstmal kalt sind“, bestimmte nachhaltig Stings Kindheit.

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