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Die Kleinschwimmhalle in Borth soll im Herbst wieder öffnen.
Die Kleinschwimmhalle in Borth soll im Herbst wieder öffnen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Wasserfreunde Rheinberg luden zum ersten Infoabend. Verein sucht weiter Mitglieder. Kreis hat 485 000 Euro für die Sanierung freigegeben. Nach den Herbstferien soll das Bad in Borth wieder öffnen.

Rheinberg-Borth.  Nicht nur Borther und Wallacher kamen zum ersten Infoabend des neuen gemeinnützigen Vereins Wasserfreunde Rheinberg. Ziel des jungen Trägervereins ist es, sich aktiv für die Erhaltung der Kleinschwimmhalle Borth einzusetzen, um den Rheinbergern weiterhin ein breites Angebot an Kursen bieten zu können. Der Verein versucht, durch die Übernahme von Aufgaben Betriebskosten zu senken und die von der Schließung bedrohte Kleinschwimmhalle zu erhalten. So waren der Einladung des Vorstands, Vorsitzender ist Martin Gärtner, zahlreiche Rheinberger gefolgt, die sich in der Borther Montessori Schule neben der Turn- und Kleinschwimmhalle den Trägerverein vorstellen und einen Ausblick auf die Sanierung des Schwimmbades geben ließen. Beides beeindruckte: Die Wasserfreunde Rheinberg blicken derzeit zufrieden in die Zukunft, nach den Herbstferien sollen die Ersten wieder ins Wasser steigen. Die Mitgliederzahl ist allerdings noch nicht entsprechend.

18 Euro Mitgliedsbeitrag

Flammende Plädoyers gab es da von mehreren Borthern und Wallachern. „Wir müssen Mitglieder werben“, so Gärtner. Denn es gehe darum, der Stadtverwaltung einen mitgliedstarken Verein gegenüberzustellen. Nur mit vielen Mitgliedern sei man auch ein ernster Gesprächspartner, der noch viele Forderungen der Wasserfreunde durchsetzen muss. Nur 18 Euro betrage der Mitgliedsbeitrag. „Das sind 1,50 Euro im Monat“, so ein Borther. „Damit retten wir die Kleinschwimmhalle für die Vereine, Kindergärten und Schulen.“„Wir müssen große Solidarität zeigen“, sagt Wolfgang Fillers aus Borth. „Es müssen möglichst viele hinter unseren Ideen stehen.“ Man habe, als die Schließung des Bades drohte, 900 Unterschriften in Borth und Wallach gesammelt. „Das ist eine stolze Leistung.“ Wenn davon die Hälfte Mitglieder des Vereins werde, „sind wir eine starke, durchsetzungsfähige Truppe. Wir müssen jetzt powern, brauchen dauerhafte Unterstützung mit einem starken Verein im Rücken“. Fillers schilderte die Bemühungen, die totgesagte Schwimmhalle zu retten. „Es war auch für die Verwaltung neu, sich mit kompetenten Leuten auseinander zu setzen.“

Die ist jetzt samt darüber liegender Turnhalle gerettet. Jetzt bleibt die Schwimmhalle stehen, im Eigentum der Stadt, doch die laufenden Betriebskosten muss der Trägerverein erwirtschaften. „Wir haben einen Kostenbedarf von 40 000 bis 50 000 Euro pro Jahr errechnet“, so Gärtner. Die könne man erwirtschaften, zeigte er sich optimistisch. „Wir sind sicher, dass wir bei 50 000 Euro bleiben.“ Eine positive Nachricht verkündete der Vorsitzende: Der Kreis Wesel gab die 485 000 Euro für die Sanierung des Bades frei. Ursprünglich waren 800 000 kalkuliert, doch durch geschickte Planung des Vereins wurde der Betrag deutlich reduziert. Damit starten die Arbeiten, die nach den Herbstferien abgeschlossen sein werden. Die Skeptiker konnte Gärtner beruhigen: Alle Vereine, die früher das Bad, in dem Generationen von Kinder aus der Umgebung schwimmen lernten und sich viele Gymnastikgruppen trafen, wollen im alten Umfang wieder ins Bad und wie auch Schulen eine Miete zahlen. Fillers: „Die Stadt mietet für die Schulen beim Verein die Schwimmstunden.“

Interesse an der Nutzung ist da. So wollte eine Vertreterin des Katholischen Bildungsforums Stundenblöcke für Wassergymnastik mieten. Gilbert Delaporte von der DLRG erklärte seine Bereitschaft, Ehrenamtler zu schulen, damit die Rettungsfähigkeit, ein Erfordernis für die Aufsicht im Bad, bescheinigt werden kann. Nach 45 Minuten ging man positiv gestimmt auseinander. Jetzt geht’s in die Mitgliederwerbung. „Je mehr Gewicht wir haben, desto stärker ist die Position des Vereins gegenüber der Stadt,“ so Fillers.

 
 

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