Wer will den Bürgerbus fahren?

Rheinberg.. Rheinberg will das Nahverkehrsangebot verbessern. Das kostet. Die günstigste Variante wäre ein Lösung wie in Alpen.

Niederwallach ist ein weißer Fleck auf der Karte, durch Millingen fährt zwar ein Bus, aber die Anbindung an den Bahnhof ist schlicht und ergreifend ein Riesenproblem, und überhaupt, wer von Millingen in die Stadt möchte, ist lange unterwegs, da der Bus über Alpsray fährt. So muss es nicht bleiben.

Ehrenamtliches
Engagement

Denn im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss ging es jetzt um die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Im vergangenen Jahr hatte der Ausschuss beschlossen, das Konzept aktualisieren zu lassen, die Ergebnisse liegen vor.

Fest steht, dass die Stadt, wenn sie ihren Bürger mehr Mobilität per Bus ermöglichen will, auch mehr Geld als bislang in die Hand nehmen muss. Rund 180 000 Kilometer mehr würden durch Rheinberg gefahren, pro Kilometer und Jahr setzt Kai Pachan vom Planungsbüro 1,75 Euro an. Dafür bekämen die Rheinberger als Ergänzung des vorhandenen ÖPNV-Angebots aber auch etwas geboten, eine Art Zick-Zack-Linie quer durch den Ort von der Vierbaumer Heide bis nach Niederwallach mit einer Menge Stationen.

Die kostengünstigste Lösung mit rund 80 000 Euro wäre ein Bürgerbusverein, wie er beispielsweise in Alpen existiert. Ob der allerdings in Rheinberg realisiert werden kann, hält Pachan für fraglich. Bürgerbusvereine würden sich meistens dort gründen, wo es wirklich eklatante Mängel und Lücken bei der Versorgung im öffentlichen Personennahverkehr gebe - und die sehe er so in Rheinberg nicht.

Rund 200 Bürgerbusvereine gibt es mittlerweile in NRW und die meisten seien erfolgreich. Ein unschlagbares Argument: Durch das ehrenamtliche Engagement würden Kosten gespart werden können. Ein solcher Verein brauche Fahrer, das sei in der Regel unter der Woche auch kein Problem, aber durchaus samstags und sonntags. Im Herbst will sich der Ausschuss wieder mit dem Thema beschäftigten, bis dahin, so die Bitte von Heinz-Dieter Bartels (CDU), sollte die Verwaltung doch einmal abklären, wie denn die Bereitschaft der Rheinberger sei, sich in einem solchen Bürgerbusverein zu engagieren.

In der nächsten Sitzung, so der Vorschlag von Michael Kuklinski (SPD), sollten dann auch Leute aus der Praxis zu ihren Erfahrungen gehört wären, zum Beispiel Vertreter des Alpener Bürgerbusvereins. Und das Thema solle auf gar keinen Fall auf die lange Bank geschoben werden, die SPD habe schon die Absicht, kündigte Kuklinski an, im nächsten Jahr in Sachen ÖPNV in Rheinberg etwas nachhaltig zu verändern.

Investitionen, die
sich lohnen

Ein solcher Ortsbus könnte natürlich als auch Standardbus unterwegs sein, was natürlich teurer wäre. Insgesamt aber, so der Rat des Fachmanns Pachan, lohnten sich Investitionen durchaus.

Weniger Autofahrer würden in der Innenstadt nach Parkplätzen suchen, alle Bevölkerungsgruppen mobiler werden, mit einem größeren ÖPNV-Angebot würde die Kommune zudem etwas für Umwelt und Klimaschutz tun, die Innenstadt attraktiver machen und dadurch, dass mehr Menschen in die Stadt kommen würden, gleichzeitig auch den heimischen Einzelhandel fördern.

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