Wer rast, verliert

Der Streckenverlauf der Orientierungsfahrt. Foto: Gisela Weißkopf / WAZFotoPool
Der Streckenverlauf der Orientierungsfahrt. Foto: Gisela Weißkopf / WAZFotoPool
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Rheinberg. Motorsportenthusiasten aus ganz Deutschland hatte die Motorsportabteilung des Polizeisportvereins Duisburg nach Budberg eingeladen. 35 Teams kamen an den Niederrhein.

Das Gasthaus Steinhoff wurde dabei zum Fahrerlager. Im Saal hingen für Laien unverständliche Zeichen an den Wänden. Solche, die die 35 Teams auf der Strecke rund um die Bönninghardt am Straßenrand erkennen und richtig deuten mussten. Eine rund 75 Kilometer lange Rundfahrt, kreuz und quer durch die Bönninghardt, stand auf dem Programm.

Glänzendes
Blech

Fünf Stunden Zeit hatten die Teams, wobei es nicht darum ging, den schnellsten Fahrer zu ermitteln, wie Holger Wanner, Vorsitzender der Motorsportabteilung, erklärte. „Eine Mischung aus Kartenlesen, Logik und Konzentration“ charakterisiere eine Orientierungsfahrt. Auf der wird eine Strecke vorgegeben, die in der Leucht begann und auch endete. Eine strenge Aufgabenteilung sei dabei wichtig, so Holger Wanner. Der Fahrer muss sich voll auf die Strecke konzentrieren, die kryptischen Zeichen am Straßenrand erkennen. Sein Beifahrer, Franser genannt, sei mit der Karte und der Lösung der kniffligen Aufgaben beschäftigt. Am Abend traf man sich dann wieder in Budberg zur Auswertung und Siegerehrung.

„Leider ist der Motorsport teuer geworden“, sagt Detlef Hannes aus Nettetal, meint speziell die Benzinkosten. Rallyes und Orientierungsfahrten mit Gleichgesinnten startete er 1974. Seither hat er eine Menge Kilometer herunter gezogen, knifflige Aufgaben gelöst. 40 Fahrten im Jahr sind sein Schnitt. Auf dem Parkplatz vor der Gaststätte Steinhoff stand sein quietschgelber Seat, auf dem linken Kotflügel sein Name in schwarzen Lettern. „Mein Seat Ibiza ist ein Sportmodell: 160 PS unter der Haube, nur knapp 1100 Kilo schwer und 255 Stundenkilometer in der Spitze“, schwärmt Hannes. „Eine Rakete, die gewaltig abgeht.“ Die brauchte er aber nicht. So war sein Wagen die Ausnahme, parkte inmitten von 0815-Autos.

Denn bei Orientierungsfahrten wie rund um die Bönninghardt kann keiner die Stärken seines Autos ausfahren. Das durfte Detlef Hannes aber bei den Rallyes. Dabei konnte es schon mal teuer werden: Bei Rees erwischte es ihn mal auf einer gesperrten Strecke. Da verschrottete er in einer Kurve bei 180 Stundenkilometern sein nagelneues Auto. „Gerade drei Monate alt. Da waren 35 000 Mark hin.“ Die Bremsen waren heiß geworden, packten nicht mehr, erzählt er. Ihm passierte zum Glück nichts.

In der Bönninghardt ging alles streng nach der Straßenverkehrsordnung. Detlef Hannes fuhr diesmal aber nicht mit. Vier Jahre in Folge wurde er mit Holger Wanner Niederrhein-Cup-Gesamtsieger. Diesmal war er einer der 20 Streckenposten, die in der Bönninghardt für Ordnung sorgten und auch knifflige Aufgaben stellten. Am Abend, zurück in Budberg, gab es Blech: Diesmal hochglänzend – die begehrten Pokale.

 
 

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