Wenn Bücher zu Kunstform werden

Am Mittwoch 04.09.2013, Ausstellung vom Künstler François du Plessis (61). Er stellt seine Werke im Drei Giebel Haus Xanten aus. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool
Am Mittwoch 04.09.2013, Ausstellung vom Künstler François du Plessis (61). Er stellt seine Werke im Drei Giebel Haus Xanten aus. Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool
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Francois du Plessis eröffnet am Sonntag seine Ausstellung im Xantener Dreigiebelhaus. Ungewöhnliche Ansichten bei den „Bookstories“.

Xanten..  Dass die Auseinandersetzung mit Büchern zumeist auf der Ebene der Literatur stattfindet, liegt in der Natur der Sache. Einen Verwendungszweck abseits des Lesens kann man sich eigentlich nicht vorstellen, auch wenn manch schweres Werk in diesen Tagen im Kampf gegen die gemeine Stechmücke zum Einsatz kommt.

Der in Simbabwe geborene Francois du Plessis hingegen interessiert sich nicht für literarische Werte, ihm geht es auch nicht um Inhalte. Der seit 25 Jahren in Aachen lebende Künstler betrachtet die Bücher als Objekte, als individuelle Körper.

Zeit seines Lebens war er von der Idee besessen, „irgendwas mit Büchern zu machen“. Auf einem Flohmarkt hat er immer wieder große Mengen gekauft – und eingelagert. Denn die zündende Idee kam erst nach einer längeren Schaffenskrise. Francois du Plessis` verfremdet, führt eine Kunstform in eine andere, in dem er die Bücher biegt, zusammenstaucht, zerschneidet und sinnentfremdet - beispielsweise in Form einer Baumscheibe - zusammenfügt.

Unkonventionelle Art

Seine Art der Buchkunst hat mittlerweile einen einzigartigen Stellenwert in der Kunstszene erreicht. Ein Grund dafür, dass die Entscheidung des Xantener Kunstvereins, ihm ab dem 8. September eine umfassende Einzelausstellung zu geben, einstimmig ausfiel. Kuratorin Claudia Bongers beeindruckte die unkonventionelle Art des in Südafrika aufgewachsenen du Plessis: „Er fällt aus dem Rahmen. Er hat nicht studiert, ist Autodidakt und ist nicht in den großen Kunstvereinen vertreten.“ Eine besondere Note erhält die Ausstellung „Book stories“ dadurch, dass sie im Obergeschoss des Drei-Giebel-Hauses stattfindet, also am Eingangsbereich der Bücherei, und somit zur Auseinandersetzung mit den sehr unterschiedlichen Kunstformen beiträgt.

Am 12. Oktober sollen sich Kinder im Rahmen eines Bücherworkshops mit der Thematik beschäftigen. Nach einer Führung durch die Ausstellung werden sie angeregt, zuvor gesammelte Bücher in eine andere Kunstform zu überführen..

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