Voll im Plan

So soll der Bürgerbus aussehen.
So soll der Bürgerbus aussehen.
Foto: Privat
Das Bürgerbus-Projekt nimmt immer konkretere Formen an. Das Fahrzeug ist bestellt, der Fahrplan muss nur noch genehmigt werden – Fahrer werden gesucht

Rheinberg..  Man hört mit jedem Satz, wie gut gelaunt Karl-Heinz Lochen ist. So schleppend das 2011 erstmals vom Stadtentwicklungsausschuss behandelte Bürgerbus-Projekt zeitweise anlief, so schnell geht es momentan: im Eiltempo nimmt der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins aktuell eine Hürde nach der anderen, das Projekt nimmt immer konkretere Formen an. Nachdem der Kreis Wesel seine finanzielle Beteiligung bereits zugesagt hatte, liegt nun auch der Zuwendungsbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen vor.

55 000 Euro kommen vom Land --- die Pauschale von 50 000 Euro wurde noch einmal um 5000 Euro aufgestockt, weil das Fahrzeug behindertengerecht umgebaut wird. Die Beschaffungs- und Umbaukosten werden auf 86 000 Euro kalkuliert, die restlichen 31 000 Euro kommen vom Kreis. „Der Sprinter ist nun bestellt. Nach der Auslieferung wird er direkt in die Niederlande gebracht, wo sich eine Firma um den Umbau kümmert.“

Dann wird aus dem normalen Kleintransporter ein Fahrzeug, das allen Wünschen und Bedürfnissen des Bürgerbus-Alltags gerecht wird. Eine breite Doppeltür soll es auch Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollestühlen ermöglichen, unkompliziert einsteigen zu können. Von dieser so genannten Niederflurtechnik profitieren aber auch Bürger, die generell nicht mehr so fit zu Fuß sind.

Inklusive Fahrer ist Platz für neun Personen im Fahrzeuginneren. Integrierte Kopfstützen und Sicherheitsgurte an allen Sitzen heben den Bürgerbus von dem Standard ab, den Bürger sonst im öffentlichen Nahverkehr vorfinden. „Für ein paar Ausstattungsdetails suchen wir aber noch Sponsoren“, erklärt Karl-Heinz Lochen. Konkret meint er damit Befestigungsmöglichkeiten für Babyschalen und Kindersitze.

Viele Probefahrten

Eine bürokratische Hürde gilt es noch zu meistern: Die Genehmigung des Fahrplans. „Wir haben viele Probefahrten gemacht. Alle Wünsche und Ideen konnten nicht umsetzt werden, aber wir haben einen Konsens gefunden.“ Der vorläufige Plan ging bereits über die Schreibtische des Rheinberger Ordnungsamtes und der Niag, aktuell liegt er der Bezirksregierung Düsseldorf vor. Erfahrungsgemäß dauert es sechs bis acht Wochen, bis eine Rückmeldung aus Düsseldorf vorliegt. „Wenn es grünes Licht gibt, wollen wir im März 2014 an den Start gehen“, so Lochen.

Eine andere Formalität wird parallel dazu abgearbeitet. Alle künftigen Fahrerinnen und Fahrer müssen sich einer medizinischen Untersuchung inklusive Sehtest unterziehen, dazu muss ein erweitertes Führungszeugnis eingeholt werden. 23 Anträge für die Fahrerlaubnis liegen momentan vor. „Wir sind so mutig, mit dieser Zahl zu beginnen. Wünschenswert wären aber 30 Fahrer.“ Deshalb gehen Lochen und sein Team in die Offensive. Auf dem Martinimarkt in Ossenberg und den Weihnachtsmärkten der Stadt will der Verein sich präsentieren. „Wenn der Bus sichtbar ist, dann unterstützen uns auch noch mehr Leute.“

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