Und dann hat es Klick gemacht

Petra Klein stellt in Rheinberg im Stadthaus ihre Fotoausstellung vor.
Petra Klein stellt in Rheinberg im Stadthaus ihre Fotoausstellung vor.
Foto: WAZ FotoPool
Petra Klein stellt bis zum 11. April ihre Fotografien im Rheinberger Stadthaus aus.

Rheinberg..  Jeder, der eine Sache gerne macht, kennt dieses Gefühl. Den Moment, in dem man weiß: „Das ist es.“ Bei Petra Klein hat es im wahrsten Sinne des Wortes im vergangenen Jahr auf Mallorca „Klick“ gemacht. Mit ihrer Kamera bewaffnet zog sie durch die Straßen der Insel, die brüllende Hitze machte nicht nur ihr zu Schaffen. Zwei Mädchen sitzen auf einer Bank, die Inlineskater an ihren Füßen werden die nächsten Minuten garantiert nicht genutzt – viel zu entspannt sitzt das Duo nebeneinander und ruht sich aus. „Beim Auslösen habe ich gemerkt: das wird super.“

Wo andere zwei müde Mädchen sehen, hat Petra Klein ihr aktuelles Lieblingsmotiv gefunden. „Das sind zwei Schwestern, schweigend in den eigenen Gedanken versunken – und sich dennoch so nah.“ Dazu im Hintergrund die abblätternde Wand, das schlaff herunter hängende Kabel, die leicht von unten auf das Geschehen blickende Perspektive. Das Bild kommt Kleins Ideal sehr nahe. „Ich möchte emotional fotografieren. Und um Gefühle abzulichten, braucht es Menschen.“

Die Autodidaktin findet ihre Motive auf der Straße. Für ihre vierteilige Portrait-Serie hat sie die unterschiedlichsten Typen angesprochen und fotografiert. Die Würde des Alters, Artisten der Straße, die Schönen, die Spaßigen, so lauten die vier Titel der Serie. Jedes Gesicht lässt eine Geschichte erahnen, die Schatten und Konturen inspirieren zum Nachdenken. Begegnungen wie diese, wo sie Menschen aktiv anspricht, sind das eine, unsichtbare Straßenfotografie das andere.

Durch das Schaufenster

Szenen auf Boulevards, in denen der Betrachter sich in Details wie einer französischen Tageszeitung verlieren kann. Durch das Schaufenster fotografierte Momente, wo der Betrachter nicht genau weiß – steht jetzt die Schaufensterpuppe im Mittelpunkt oder die Näherin, die eigentlich am Rand der Kulisse platziert ist? „Eine schöne Szene sehen und festhalten – das eine eine Form der Begegnung, die ich sehr mag“, so Klein.

Dabei experimentiert sie viel herum. Sie hat ein Faible für Sepia-Farben, das wird auf den ersten Blick klar. Das digitale Nachbearbeiten von Bildern hat sie erst vor zwei Jahren für sich entdeckt. Seitdem ist ihre Arbeit auf einem anderen Level. „Jetzt male ich mit der Fotografie, weil ich das Ausgangsmotiv verändere.“ Zum Beispiel die Felsenlandschaft in Frankreich, vor der eine junge Frau staunend steht. Im Original ist alles in Farbe, in der Nachbearbeitung ist die Frau nur noch schwarz-weiß. „Der Mensch ist dort temporär, die Felsen sind ewig.“

Ihre Urlaubsziele sucht sie sich mittlerweile nach guten Kulissen aus. „Im Urlaub kann ich gut Menschen einfangen. Deren Alltag ist nicht mein Alltag, das inspiriert.“

 
 

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