Unbefangenheit und Lebenslust

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Xanten.  „Die Qualität der Exponate ist besonders.“ Mit diesem Versprechen lockt der Verein „Stadtkultur Xanten“ ins Drei Giebel Haus. Besucher, welche die Ausstellung der Künstlergruppe „Duisburger Sezession“ erleben, werden nicht enttäuscht: Skulpturen und die überwiegend abstrakten Bilder unter anderem der Künstlerinnen Renate Krupp und Hildegard Bauschlicher fordern einen längeren Aufenthalt.

Hervorgegangen ist die „Duisburger Sezession“ aus dem 1957 gegründeten „Neuen Duisburger Künstlerbund“. Einer der Grundgedanken bestand darin, aus der vielschichtigen Kunstszene der Industriestadt Duisburg eine überschaubare, qualitative und aktiv agierende Künstlergruppe zu machen.

Heutzutage würde man die Gruppe als „Netzwerk“ bezeichnen, als einen Zusammenschluss eigenständiger Künstler, die in ihren Ausstellungen künstlerische Vielschichtigkeit garantieren. Die Werkschau im Drei Giebel Haus ist somit keine einheitliche stilistische Präsentation.

Neue Strömungen

Markenzeichen der „Duisburger Sezession“ ist der Zusammenschluss von Individualisten, die eine freundschaftliche Beziehung untereinander pflegen und neuen Gedanken und Strömungen gegenüber aufgeschlossen sind.

So zeigt Hildegard Bauschlicher eine Mischtechnik auf Papier, die bei genauem Hinsehen ihre Komplexität entfaltet. Ihre Zeichnungen sind ein ständiger Prozess, in dem die spontanen Bewegungen der Hand Spuren hinterlassen, die im weiteren Arbeitsvorgang gegenständlich fixiert und räumlich ausgedeutet werden. Eine ganz andere Performance bietet der geniale Zeichner Jochen Duckwitz: „Da wo er wohnt und zeichnet, würdigt er das Schlampige, Achtlose, Primitive und dazu Ursprüngliche“, ist über seinen Bleistift- und Aquarelltechnik gesagt worden. In der Ausstellung im Drei Giebel Haus kommt sein Werk transparent und leicht wie eine Feder daher.

Mit Drucktechniken überzeugt Renate Krupp. Der Meisterschülerin von Professor Sieler, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, gelingt es, existentielle Veränderungen wahrzunehmen und sichtbar zu machen.

In den Farben kräftig und spielerischer ist der Grevenbroicher Künstler Jürgen Meister. In seinem Werk vermeint der Betrachter Zeichen wiederzuerkennen, man empfindet starke Bezüge zum Ursprünglichen und Archaischen, man ahnt Symbolhaftes. Das Besondere am Zeichenhaften in Jürgen Meisters Werk ist, dass alle Wahrnehmungsebenen des Betrachters angesprochen werden. Häufig gibt es eine spielerische Komponente in den Bildern und Skulpturen, die Unbefangenheit und Lebenslust signalisiert.

Den Betrachter erwartet eine sehenswerte Ausstellung mit den Werken von 16 Künstlern, die durch die Vielfalt der künstlerischen Handschriften und vor allem durch die überraschenden Momente überzeugt.

Die Ausstellung „Dusiburger Sezession. Zu Gast im Drei Giebel Haus“ ist noch bis zum 5. Januar zu sehen.

 
 

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