Tropenvirus rafft neben Amseln auch Eulen-Arten nieder

Neben der Vogelgrippe (Foto), die aktuell viele Vögel befällt, grassiert am Niederrhein auch das Ubuntu-Virus. Das ist nicht nur für Amseln gefährlich, sondern auch für Eulen (Bildmitte: eine tote Schleiereule).
Neben der Vogelgrippe (Foto), die aktuell viele Vögel befällt, grassiert am Niederrhein auch das Ubuntu-Virus. Das ist nicht nur für Amseln gefährlich, sondern auch für Eulen (Bildmitte: eine tote Schleiereule).
Foto: Archiv/dpa
Der Nabu bittet um Hilfe. Er möchte Proben von toten Vögeln untersuchen. Nabu-Chef Peter Malzbender: „Wir sind auf Hinweise angewiesen.“

Rheinberg/Alpen/Sonsbeck/Xanten. In NRW und speziell im Kreis Wesel sind in diesem Jahr ungewöhnlich viele Amseln gestorben. Aber auch Eulenarten wie der Waldkauz, die Waldohreule oder die Schleiereule sind betroffen.

Schuld ist das Usutu-Virus, das seit einiger Zeit vor allem am Niederrhein grassiert. „Da wir Proben von vielen toten Vögel untersucht haben, können wir mit Sicherheit sagen, dass die Tiere an diesem Virus gestorben sind“, sagt Peter Malzbender, Vorsitzender der Nabu-Kreisgruppe Wesel. „Es klingt langsam ab, wir sind aber immer noch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, um weiter einen Überblick zu haben.“

Virus von tropischen Mücken über Obst- und Gemüseimporte verbreitet

Viele Bürger aus Rheinberg, Alpen, Sonsbeck und Xanten haben sich in den letzten Wochen beim Nabu gemeldet, weil sie erkrankte oder tote Vögel gefunden haben. Virusüberträger sind tropische Mücken, die oft durch Obst- und Gemüseimporte nach Deutschland gelangen. Daher ist die Übertragung und der Ausbruch der Krankheit eigentlich eher auf die warme Jahreszeit beschränkt. Wegen der milden Temperaturen im Herbst waren jedoch zuletzt noch viele Mücken unterwegs.

Um die Amsel-Population macht sich Malzbender jedoch keine Sorgen. „Die Natur holt das wieder auf, denn die Vögel, die überlebt haben, brüten dann mehr als sonst“, so der Naturschützer. „Das liegt dann vor allem daran, dass es keine stressigen Revierkämpfe mehr gibt.“

Nabu sieht Eulen-Population durch das Ubuntu-Virus gefährdet

Bei den Eulen sehe die Situation etwas anders aus. Da die Population nicht so groß ist, müsse auf die Entwicklung ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Für Hühnervögel bestehe jedoch keine Gefahr. Auch auf den Menschen sei das Virus nicht übertragbar.

„Wir bitten dennoch die Bevölkerung weiter um Mithilfe, wenn sie kranke Vögel entdecken“, so Malzbender. „Nur so können wir Daten erheben und das Ausmaß der Verbreitung abschätzen.“

Dass eine Amsel erkrankt ist, könne man daran erkennen, dass sie aufgeplustert wirkt, Gleichgewichtsstörungen hat und keine Scheu vor dem Menschen zeigt. „Wer solch ein Tier findet, sollte es vorsichtshalber nur mit Handschuhen anfassen“, rät Malzbender: „Und den Nabu informieren.“

 
 

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